Aus der Seele …

Die AfD hat hoch gewonnen bei den Wahlen.

Der Journalist und Publizist Wolfram Weimer hat mir mit seiner Interpretation aus der Seele gesprochen.

„Ich glaube, die beiden Volksparteien haben einen großen Fehler gemacht, dass sie über Monate hinweg diese aufbrandende Wut von bestimmten Teilen der Bevölkerung – oder Ärger oder Ängste, wie immer man es nennt – einfach versucht haben, es wegzudrücken, indem sie gesagt haben, es sind Rechtsextreme, das sind Halbnazis, das sind dumpfe … ‚Pack‘ hat Gabriel gesagt. Das Etikett ‚Pack‘ hat viele Leute erstmal richtig erbost… Die Volksparteien haben darauf gesetzt, wenn wir die stigmatisieren und alle die, die Ängste haben, in die rechte Ecke schieben, dann kommen die nicht hoch. So, das Gegenteil ist passiert. Gerade so etwas hat erst die Mobilisierung erzeugt.
Ich glaube, die Volksparteien müssen sich den Themen stellen. Die Leute haben ernste Sorgen, die haben ernste Fragen: Kriminalität, innere Sicherheit, sozialer Zusammenhalt und und und … und wenn sie die nicht adressieren, dann machen sie die anderen erst groß.
Ich glaube, es ist zu einfach, mit der Nazikeule herumzufuchteln und zu sagen: Naja, die AfD ist halt schlimm.“

Applaus des Publikums bei Markus Lanz, 10. März 2016

BLOG – Bitte keine falsche Bescheidenheit

Gestern gab es bei den Verhandlungen zur Flüchtlingskrise einen unvermuteten Durchbruch. Nachdem der Gipfel wegen Uneinigkeit drohte, wieder einmal ohne nennenswertes Ergebnis zu Ende zu gehen, legte der türkische Ministerpräsident einen Vorschlag auf den Tisch, zu dem bald alle EU Staaten ihre Zustimmung gaben.

Mir geht hier nicht um eine politische Bewertung des Vorschlags, sondern darum, erstaunt zu fragen: Wie ist es möglich, dass keinem der EU Mitgliedsstaaten ein mehrheitsfähiger Lösungsvorschlag einfällt – obwohl es doch einen gibt, wie sich zeigte?

Fehlt es den 500 Millionen Bewohnern der EU an Phantasie oder Intelligenz, so dass aus ihren Reihen nicht schon früher eine zündende Idee kam?

Nein.
Der Grund ist ganz einfach der, dass unsere demokratischen Zivilgesellschaften stets Lösungsideen von unseren Politikern erwarten, weil es schließlich deren Job ist.

Entschuldigung, aber das ist ausgesprochen dumm. Denn so kommen wir leider immer nur in den „Genuss“ von zweit- und drittklassigen Lösungen, über die wir uns dann berechtigt aufregen.

Und obwohl wir nicht bestreiten können, dass unsere Zivilgesellschaften über ein immenses Potential an Wissen und kreativer Intelligenz verfügen, ignorieren wir diese Quelle, aus der die phantastischsten Ideen zur Lösung unserer vielfältiger Probleme kommen könnten, wenn wir sie denn anzapften.

Zunächst müsste natürlich ein optimales Verfahren zum Aufspüren der besten Ideen gefunden werden, doch das sollte das kleinste Problem sein für eine Gesellschaft, die die ausgeklügeltsten Verfahren für alles Mögliche entwickelt hat.

Ich selbst habe ein solches Verfahren entwickelt. Wenn auch mit Sicherheit noch nicht optimal, wäre es zumindest ein erster Vorschlag, der weiterentwickelt werden könnte.

Dass dies der einzige Weg ist, der unsere Zivilisation am Ende vielleicht doch noch aus unseren vielen Sackgassen herausführen könnte, sollten wir uns bewusst machen und alles tun, um ihn zu nutzen.
Doch leider kleben wir zu sehr an tagespolitischen Geschehnissen, und damit fehlt uns der Blick aufs Ganze. Und unabhängig davon fühlen wir uns machtlos. „Als Einzelner kann man ja doch nichts tun, ist die landläufige Meinung.“

Wie viel man als Einzelner auf die Beine stellen kann, führt uns ausgerechnet eine Frauke Petry vor. Auch wenn es mit ihrer AfD in eine absolut falsche Richtung geht, ist sie mit ihrer Initiative doch äußerst erfolgreich.
Ich persönlich bezweifle, dass die Mehrheit der AfD Wähler tatsächlich das Programm dieser Partei von vorn bis hinten unterschreiben. Ich denke, dass die meisten mit ihrer Wahl nur den etablierten Parteien den Stinkefinger zeigen wollen, die nicht müde werden, sich selbstherrlich auf die Brust zu klopfen.
Viele Bürger sind es leid, von Politikern regiert zu werden, die zuallererst an ihre persönliche Karriere und das Wohl der Partei denken und zuletzt an die beste Lösung für ein Problem.

Könnten Sie sich vorstellen, dass CDU Politiker im Bundestag jemals einer Idee Applaus spenden würden, die von der Linken kommt – und umgekehrt?
Das sagt wohl schon alles.

Wir müssen endlich aus unserem eingefahrenen begrenzten Denken heraus kommen!

Eine der aktuell großen Herausforderungen ist die Integration von Flüchtlingen.
Auch hier gibt es zwar die erklärte Absicht, es besser zu machen als in der Vergangenheit, doch einen Plan gibt es nicht. Es gibt nur einen Deutsch- und Integrationskurs der antiquierten Art, der gigantische Summen verschlingt und dennoch weder effektiv ist noch alle erreicht.

Auch hier ist eine bessere Idee gefragt.
Wird sie morgen von der Bildungsministerin oder vom ohnehin überlasteten Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf den Tisch gelegt werden? Wohl eher nicht.
Vom Himmel fallen wird sie aller Wahrscheinlichkeit auch nicht.
Also sind wir gefragt, wir Bürger.

Wir haben Lösungen gefunden, als es um die Unterbringung und Verpflegung der vielen Flüchtlinge ging, die in großer Zahl zu uns kamen und nach wie vor kommen. Wir Bürger haben das organisiert, weil die Behörden völlig überfordert waren.
Wir können das. Wir müssten nur erkennen, dass wir vom Staat keine Lösungen erwarten können.

Das gilt auch für die Integration der vielen Flüchtlinge.
Hier braucht es schnell eine Lösung. Denn wenn wir hier versagen, sind die Folgen mittel- und langfristig unabsehbar.