BLOG – Sich mit Grausen abzuwenden ist nicht zielführend

„Europa zum Abwinken“ titelte Jakob Augstein in seiner Wochenzeitung der Freitag online.
Griechenland Warum man sich von dieser Seifenoper um die Euro-Krise mit Grausen abwendet“

„Erstes Bild: „Ich gebe dir nur einen Kredit, damit du deine Schulden bei mir – mit Zinsen natürlich! – begleichen kannst!“ Zweites Bild: „Ich gebe dir wieder nur einen Kredit, damit du auch die neuen Schulden bei mir – natürlich mit Zinsen – begleichen kannst!“ Et cetera, et cetera.“

Sehr schön auf den Punkt gebracht, was wir uns in unserer Zuschauerdemokratie seit fünf Jahren ansehen, ohne spürbar zu murren.

Doch sich abwenden ändert nichts.
Und so schrieb ich diesen Kommentar unter Jakob Augstein’s Artikel:

„Ja, man kann sich von der Politik unserer demokratischen Regierungen mit Grausen abwenden – nicht nur, was Griechenland betrifft! Man kann auch protestieren und Petitionen schreiben. Nur dadurch ändert sich grundsätzlich nichts.
Es wäre schon sehr sinnvoll, die Übel einmal an der gemeinsamen Wurzel zu packen, damit diese Aussage Helmut Schmidt’s künftig nicht mehr stimmt: „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.“
„Wir sind nicht ohnmächtig! Unser Grundgesetz gibt uns alle demokratischen Waffen in die Hand…“ sagt Jean Ziegler.
Dann sollten wir aufwachen und diese Waffen endlich in die Hand nehmen!“

Wird Jakob Augstein nun den entscheidenden Schritt machen, um sich der Ursache der Übel zuzuwenden? Eine Einladung dazu hat er erhalten.

BLOG – Ein Irrsinn jagt den nächsten

Wir Bürgerinnen und Bürger zahlen Steuern und wählen alle vier Jahre unsere politischen Repräsentanten, und die entscheiden über die Politik und wie die Steuern ausgegeben werden.
Das haben wir dann so hinzunehmen.

Der neue Berliner Flugplatz ist gerade einmal die sichtbare Spitze des Eisbergs. Wie viel Geld landesweit verpulvert wird, ermittelt jährlich der Bundesrechnungshof wie auch andere Behörden und Organisationen. Einen kleinen Einblick gibt dieser Artikel.

Auch völlig hirnrissige Gesetze werden erlassen. Man denke etwa an die Verpflichtung, im Haushalt stromsparende Leuchtmittel zu verwenden. Die Idee war zwar nicht schlecht, nur gab es damals, als das Gesetz erlassen wurde, vornehmlich Leuchtmittel mit hochgiftigem Quecksilber.
Da hatte eine Lobby wieder mal ganze Arbeit geleistet.

Grandios auch das Gesetz zur Einführung einer Autobahnmaut. Ein Gesetz, das niemand wollte (außer der CSU) und das dennoch beschlossen wurde. Warum dieses „Quatsch-Gesetz“? Dieser SPIEGEL Artikel klärt auf. Man liest: „Diese aufgeplusterte, populistische Regionalpartei schafft es immer wieder, dem ganzen Land ihre unsinnigen Ideen aufzuzwingen.“

Über die Verteilung von Kindergeld nach dem Gießkannenprinzip regt sich erstaunlicherweise niemand auf.
Da erhält ein Multimillionär gleich viel Kindergeld wie eine Familie, die gerade mal so über die Runden kommt, nämlich runde 55.000 Euro.
Wenn also die letztgenannte Familie mit kleinem Einkommen im Laufe der Jahre unter großen Anstrengungen 30.000 Steuern zahlt, so wäre dies in etwa der Betrag, den der Multimillionär vom Staat (steuerbereinigt) erhält. Ist das nicht absurd?

So Vieles wird einfach nicht zu Ende gedacht.

Erheblich teurer und folgenreicher die Konsequenzen aus den Fehlentscheidungen Europas bezüglich der „Hilfen“ für die armen Mitgliedsländer der EU. Auch hier regiert der Irrsinn, und das schon seit vielen Jahren. Und das Schlimmste: Es gibt niemanden, der ihn stoppt.

„Als Einzelner kann man ja doch nichts machen“ sagen sich die Bürger Europas und wenden sich frustriert ab. Nur ein Bruchteil von ihnen demonstriert und unterzeichnet Petitionen. Der Rest wendet sich frustriert ab.

Dass die Bevölkerung jedoch sehr viel tun und verändern könnte, wenn sie sich nur in geeigneter Form organisierte, ist ihr leider noch nicht ins Bewusstsein gekommen.

Auch ich bin ein Einzelner.
Allerdings habe ich keinen Zweifel daran, dass ich sehr viel bewirken kann, indem ich die Menschen ermuntere, sich auf intelligente Weise organisieren, um klügere Lösungen für die vielen Fragen und Probleme zu finden als unsere Politiker.

Erfolg kann ich damit allerdings nur dann haben, wenn ich Unterstützer finde.

So habe ich kürzlich Jakob Augstein angeschrieben. Dieser Tage werde ich hören, ob er das Projekt eines großen Ideenwettbewerbs unterstützen will oder nicht.

Ich bin gespannt auf die Gründe, falls er absagen sollte.

Wer sich leidenschaftlich beklagt über die schlimmen Zustände, über Hunger, Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Kriege, dann aber einen Rückzieher macht, wenn es darum geht, ein Projekt zu unterstützen, welches endlich einmal das Potential hat, hier ganz ursächlich eine Änderung zu bewirken, macht sich in hohem Maße unglaubwürdig.

Und das gilt für jeden.

Any comments?

Der Wettbewerb im Überblick

Nachfolgende Informationen sind vorläufig; sie sind Änderungen unterworfen

HINTERGRUND DES WETTBEWERBS
Es ist höchste Zeit, die vielen Probleme auf der Welt in den Griff zu bekommen und zu verhindern, dass laufend neue dazu kommen. Dafür brauchen wir leistungsfähige Regierungen in möglichst allen Staaten. Doch wie können wir in unseren Demokratien Regierungen hervorbringen, die den hohen Anforderungen gerecht werden? Gesucht wird eine geniale Idee.
Doch Ideen kommen weder von Politikern noch von Wissenschaftlern oder Journalisten.

Die Lösung: ein Ideenwettbewerb

VORTEILE

  • Nach Umsetzung der besten Idee sollten unsere demokratischen Systeme viel besser arbeiten, alte Probleme können eher gelöst und neue tendenziell vermieden werden
  • Repolitisierung der Bevölkerung
  • Signalwirkung für die Welt

INITIATOR
Daniel Oehlmann gemeinsam mit einem Medienpartner und in Verbindung mit verschiedenen engagierten Persönlichkeiten *)
Der Initiator ist zugleich der „Herausforderer“ im Wettbewerb. Er hat bereits eine umsetzbare Lösungsstrategie entworfen.

KOOPERATIONSPARTNER

  • Medien (Print, Hörfunk, Fernsehen)
  • NGO’s
  • Stiftungen
  • Unternehmen

ORGANISATION
ein zu gründender Gemeinnütziger Verein

FINANZIERUNG

  • von Organisation und PR: durch Stiftungen und private Spenden
  • Finanzierung der Preisgelder für den Wettbewerb: durch Crowdfunding. So soll der Wettbewerb tief in der Bevölkerung verankert werden

PR- UND MARKETING

  • Print, Hörfunk, Fernsehen
  • Social Media
  • Multiplikatoren
  • Prominente Multiplikatoren
  • Video Promotion Contests

GESUCHT WIRD
Eine Idee bzw. Strategie, die die Anforderungen bestmöglich erfüllt **).

GESETZTER ZEITRAHMEN
3 Monate nach Start des Wettbewerbs.
Es gibt noch keinen Starttermin

AUSWAHLKRITERIEN
Werden noch festgelegt

JURY
Wird noch festgelegt

——————————
*) Personen, die angesprochen wurden bzw. werden (Auswahl)

  • Jakob Augstein
  • Brigitte Behrens (Geschäftsführerin Greenpeace Deutschland)
  • Anke Domscheit-Berg (Unternehmerin, ehemal. Mitglied der Piraten Partei)
  • Dr. Thilo Bode (GF Food Control, ehemaliger GF von Greenpeace International)
  • Felix Finkbeiner (Gründer der Plant-for-the-Planet Initiative)
  • Dr. Heiner Geißler
  • Prof. Bernward Gesang (u.a. Demokratieforschung)
  • Herbert Grönemeyer
  • Dr. Gregor Gysi
  • Prof. Jürgen Habermas
  • Oliver Hendrich (Vorstand Amnesty International)
  • Ulrike Herrmann (Wirtschaftsjournalistin)
  • Gregor Hackmack (u.a. abgeordnetenwatch.de)
  • Andreas Huber (GF Club of Rome Dts., GF der Global Marshall Plan Foundation)
  • Anja Kohl (Journalistin und Finanzexpertin)
  • Dr. Felix Kolb (Politikwissenschaftler, Geschäftsführender Vorstand campact)
  • Eberhard von Koerber (Ko-Präsident des Club of Rome)
  • Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Julius van de Laar (Stratege für Kampagnen, ehemaliger Pressesprecher avaaz Deutschland)
  • Oskar Lafontaine
  • Udo Lindenberg
  • Sascha Lobo (Blogger, Journalist)
  • Giovanni di Lorenzo
  • Peter Maffay
  • Prof. Wolfgang Merkel (Demokratieforschung Humbold Universität)
  • Dr. Günter Metzges (Politikwissenschaftler, Geschäftsführender Vorstand campact)
  • Sandra Navidi (Finanzexpertin, Unternehmerin)
  • Dr. Michael Otto (Unternehmer Otto Group / Vorsitzender der ‚Michael Otto Stiftung für Umweltschutz‘)
  • Dr. Heribert Prantl (SZ)
  • Richard David Precht (Philosoph und Autor)
  • Jorgen Randers (Hochschullehrer, Zukunftsforscher, Autor des Buches „2052“)
  • Prof. Dr. Franz-Josef Radermacher (Wirtschaftswissenschaftler, Zukunftsforscher)
  • Helmut Schmidt
  • Max Schön (Club of Rome, Unternehmer)
  • Harald Schumann (Wirtschaftsjournalist Tagesspiegel)
  • Til Schweiger
  • Hand-Christian Ströbele
  • Lars Thomsen (Trendforscher)
  • Prof. Klaus Töpfer
  • Jakob von Uexküll (Gründer des World Future Council)
  • Roland Vogel (Vorstand Amnesty International)
  • Mathis Wackernagel (Präsident der Organisation Global Footprint Network)
  • Sahra Wagenknecht
  • Peter Wahl (Attac)
  • Marina Weisband (ehemalige Politikerin bei Piratenpartei)
  • Prof. Ernst-Ulrich von Weizsäcker
  • Prof. Dr. Harald Welzer (Sozialpsychologe)
  • Prof. Götz Werner (Philosoph, DM-Drogeriemärkte)
  • Willy Wimmer (CDU Politiker)
  • Jean Ziegler (Soziologe, Globalisierungskritiker)

**)
Die Anforderungen an die gesuchte Lösungsstrategie
Hier die vorläufigen Anforderungen, von denen möglichst alle erfüllt werden sollten.
Dies sind jedoch nur meine Vorschläge, als Diskussionsgrundlage gedacht.

Ziel ist ein politisches System mit Regierungen, deren ethisches Fundament das Soziale, Ökologische und Friedenspolitische ist und die

  • ausschließlich durchdachte und nachhaltige Entscheidungen treffen
  • dabei ausschließlich im Sinne des Gemeinwohls handeln
  • auf die Zukunft ausgerichtete Ziele verfolgen
  • deren Politik u. Entscheidungen inhaltlich durch klar abgesteckte Leitplanken begrenzt sind
  • dabei gegen rechtes Gedankengut abgeschottet sind
  • global denken und lokal handeln
  • Probleme zeitnah anpacken
  • die Bevölkerung weitgehend in Entscheidungen einbeziehen
  • sich dem direkten Einfluss von Lobbyisten so weit wie möglich entziehen
  • eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft zum Ziel haben
  • sich für Wohlstand für alle einsetzen

Die Umsetzung des Konzepts soll

  • möglichst ohne Hindernisse erfolgen können
  • möglichst kurzfristig möglich sein
  • möglichst keine Grundgesetzänderung erforderlich machen
  • auf friedliche Weise erfolgen in geordneter Weise erfolgen, so dass das politische System dabei stabil bleibt

BEWERTUNG
Die Bewertung der Ideen erfolgt zunächst danach, in wie weit sie den o.g. Anforderungen entsprechen.

Die Ideengeber reichen dazu ihre eigene Einschätzung auf einem Bewertungsfragebogen ein.
Dabei wird das Erfüllen jeder einzelnen Anforderung mit Punkten bewertet, die am Ende addiert werden.
Einzelne Anforderungen sind unterschiedliche Multiplikatoren zugeordnet.

Ideen mit sehr hoher Punktzahl werden von der Jury zuerst bearbeitet, wobei die Bewertungen ggf. korrigiert werden.
Erst dann erfolgt die inhaltliche Begutachtung der Ideen im Einzelnen, beginnend mit denen, die die höchsten Punktzahlen erreicht haben.

(Soweit meine Idee, wie sich eine Flut von Einsendungen zunächst im Groben ordnen ließe)

BLOG – Forscher warnen vor Massenaussterben

„Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung und Waldrodung sind die Hauptgründe für das beschleunigte Massensterben auf der Erde.“ beginnt ein Artikel in n-tv online.
Und diesmal könnte es auch die Menschen treffen.

Der Sozialpsychologe Prof. Welzer sagt, „wir bewegen uns mit beschleunigter Geschwindigkeit auf das Ende einer Sackgasse zu.“
Wir müssten HEUTE handeln…

„Die Situation der Menschheit gleicht derjenigen eines Krebskranken, der noch kaum Beschwerden verspürt, aber wissen sollte, dass er in Lebensgefahr schwebt. Die Ärzte raten ihm zu schmerz- und risikovollen Therapien, aber eigentlich fühlt sich der Patient noch wohl und die Vorstellungen von den Lasten der Therapie schrecken ihn zutiefst.“
So Prof. Bernward Gesang in seinem Buch „Kann Demokratie auch Nachhaltigkeit?“

Nachdem wir nun unsere Diagnose bekommen haben, ist es an uns, die Konsequenzen daraus zu ziehen.
Ich finde es nur ungerecht, dass nicht WIR für unser Nichtstun büßen müssen, sondern unsere Kinder und Enkel.

BLOG – Ich trauere um Prof. Peter Kruse

Gerade erfuhr ich, dass Prof. Peter Kruse am 1. Juni an Herzversagen starb.

Noch Minuten vorher hatte ich mich noch wiederholt mit der Präsentation seiner Multiperspektivenstudie „Deutschland im Wandel: Systemoprimierung oder Paradigmenwechsel?“ beschäftigt. (Es ist das dritte Video, auch über youtube zu sehen).

Prof. Kruse ‚begleitete‘ meine Arbeit an der Entwicklung des Projekts BEST IDEAS FUTURE von Anfang an und war eine wichtige Inspirationsquelle.

Ich wollte mich dieser Tage mit ihm in Verbindung setzen.
Seinen Tod empfinde ich als ganz großen Verlust.
Meine Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen, die um ihn trauern.

In großer Verehrung, lieber Prof. Kruse

Daniel Oehlmann