BLOG – Die Technik wird die Welt retten …

Die Weltspiegel Reportage widmet sich diesmal unter anderem „Lösungen für die allergrößten Probleme der Menschheit“ – und reist dafür ins Silicon Valley.
Hier wird erfunden und entwickelt, was das Zeug hält. Der ARD Redakteur Ingo Zamperoni ist beeindruckt.

Im Valley meint man ernsthaft, mit ungebremstem schneller, höher, weiter der Menschheit etwas Gutes zu tun.
Mir wird ganz übel.

Tröstend ist nur, dass die 31 Kommentare zum Bericht dies ganz anders sehen.
Es wären wohl noch mehr geworden, doch nach nur wenigen Stunden erklärte die Redaktion die „Kommentierung der Meldung für beendet“.
Kommentieren durfte man also am heutigen Sonntag nur zwischen von 03 Uhr 58 und 11 Uhr 04.
Wie ärgerlich.

Auch Stephen Hawking warnte jüngst davor, dass die vom Menschen geschaffene Künstliche Intelligenz den Menschen einmal dominieren wird, wenn wir so weiter machen, wie bisher. Hier dazu ein Link.

In einem offenen Brief, der auch vom Tesla Cher Elon Musk unterzeichnet wurde, schrieb Hawking:

„Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technik und der Weisheit, mit der wir diese nutzen.“

Ich fürchte jedoch, dass wir mit unserer Weisheit hinterher hinken.

Das werden wir dann deutlich merken, wenn uns die IS mittels Drohnen kleine Bomben in den Vorgarten wirft und Nordkorea durchs Internet unsere Stromversorgung abschaltet.

Na dann viel Spaß in der Zukunft, kann ich den künftigen Generationen nur zurufen.
Und bis dahin noch viele genussvolle Stunden in Euren Fernsehsesseln!
Wenn Ihr den Weckruf nicht hört, dann schlaft eben weiter.

Die Strategie des „Herausforderers“

Daniel’s BEST IDEAS FUTURE

DAS PROBLEM
Krisen und Probleme überall, die von Regierungen in Angriff genommen werden (sollten). NGOs tun dabei ihr Bestes.
Doch es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Tatsächlich sind diese Probleme nur Symptom eines grundsätzlichen Problems: „Dumme“ Regierungen.
Der Insider, Altkanzler Helmut Schmidt, formulierte es einst sehr drastisch: „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.“

Status quo: Dumme Regierungen ==> dumme Entscheidungen ==> Probleme und Krisen
Ziel: Kluge Regierungen ==> kluge Entscheidungen ==> weniger Probleme und Krisen

Die tausend Probleme müssen also an der Ursache gepackt werden. 
(Das Schlagen von Mücken hilft nur kurzfristig. Sinnvoll ist es, den Sumpf trocken zu legen)

KURZE ANALYSE
Politiker betreiben eine „dumme“ Politik, weil

1) sie kein klares Ziel verfolgen, sondern auf Sicht agieren
2) weil sie nicht besser KÖNNEN (Überforderung wegen sehr komplexer Themen in globalisierter Welt, einseitige Beratung durch Lobbyisten, Zeitmangel)
3) weil sie nicht besser WOLLEN, also nicht nur das Gemeinwohl im Sinn haben, sondern auch Parteiinteressen, persönliche Interessen und die von Lobbyisten.

DIE LÖSUNG
Wie kann man dem abhelfen:
1) Politik braucht ein klares erklärtes Ziel, nämlich die Antwort auf die Frage: Wie wollen wir in Deutschland und der Welt leben im Jahre 2050?
An diesem Ziel sind sämtliche politische Entscheidungen (global denken, lokal handeln) auszurichten. Damit wären die politischen Leitplanken festgelegt.

2. Bessere Beratung der Politiker ==> Herausfiltern der klügsten Lösungen zu sämtlichen Fragen durch:
Erstmalige Nutzung des unermesslich großen Potentials der Bevölkerung an Wissen, Intelligenz und Kreativität durch Aktivierung und gezielte strukturiertes Einbringen in ein Forum/ Netzwerk. 
(Seit Kurzem sind dafür die Voraussetzungen gegeben dank der IT, der Möglichkeit zur Vernetzung und einer mittlerweile sehr hohen Vernetzungsdichte).
In diskursiven Prozessen werden auf diese Weise die besten Lösungen herausgefiltert.
Jeder Einwohner darf sich daran beteiligen, wobei Experten (auch selbst ernannte) und NGOs mehr Stimmrechte haben. Details hier

Praktisch sieht es so aus, dass sich jeder interessierte Bürger die Themen heraussuchen kann, die ihn am meisten interessieren. Hier bringt er sich dann ein.

Auf diese Weise könnten sehr durchdachte Antworten auf sämtliche Fragen gefunden werden.

Problem nur: Die gewählten Politiker werden nicht unbedingt das umsetzen wollen, was das Volk für das Beste hält.

3. Lösung: Wir (das Volk, das über seine Zukunft selbst mitgestalten will), gründet seine eigene Partei, in der dann natürlich Politiker sind, die den Willen des Volkes dann auch umsetzen.

Wie würde eine solche Partei bei Wahlen abschneiden, die klügere Lösungen findet als die etablierten Parteien und bei der der Souverän seine Stimme auch nach der Wahl noch behält und Politik mitgestalten darf? Diese Partei wäre die einzige Chance zu einer weitreichenden politischen Wende und die einzige Alternative zu dem, was uns politische Parteien derzeit anbieten. Und das finden wir Bürger ja gar nicht überzeugend.

Ich gehe also kurz oder lang von einer absoluten Mehrheit für unsere Partei aus.

National – international – global
Eine BEST IDEAS FUTURE Partei (oder wie immer sei heißen mag) würde zunächst in Deutschland gegründet werden, bald würden Schwesterparteien in vielen demokratischen Staaten entstehen.
Und es gäbe einen globalen Überbau (global governance) auf dem Wege zu einer Weltinnenregierung.

Das Netzwerk – ein Problem?
Das Netzwerk zu konzipieren und programmieren ist natürlich eine große Herausforderung. Doch mit den notwendigen Mitteln sollte es kein Problem sein. Das Team nextpractice wäre für diese Aufgabe prädestiniert.
Das Netzwerk wäre natürlich nicht von Anfang an perfekt, würde jedoch kontinuierlich und langfristig optimiert werden, die kollektive Intelligenz nutzend.

LINKS
Video lang
Video gekürzt

website/blog BEST IDEAS FUTURE
Wie wollen wir leben im Jahre 2050?
Wie funktioniert das intelligente Netzwerk?

BLOG – Diskurse nicht nur im Netzwerk

Ich habe gerade eine Sendung ‚GÜNTHER JAUCH‘ gesehen, die derzeit nach wie vor in der ARD Mediathek zu finden ist.

– „Das Flüchtlingsdrama! Was ist unsere Pflicht?“ vom 19. April 2015

Das Thema Bootsflüchtlinge ist seit vielen Jahren ungelöst. Auch weil es nicht allein um die Rettung der Flüchtlinge auf hoher See geht, ist es äußerst komplex. Und nach wie vor scheuen sich die europäischen Politiker davor, das Problem mit der notwendigen Entschlossenheit anzupacken.

Erstaunlich, wie doch in einer Diskussion von nur 60 Minuten ein sehr guter Einblick ins Thema mit seinen vielen Aspekten vermittelt werden kann. Um Lösungen oder auch nur Lösungsansätze ausfindig zu machen, reicht freilich die Zeit nicht.

Doch aus meiner Sicht deutet es den Weg an, wie ein komplexes Thema eröffnet werden kann, um Bürgerinnen und Bürger an die ganze Tiefe heranzuführen.

Ich würde mir wünschen, dass das Thema ‚Flüchtlinge‘ nun strukturiert werden würde, um die einzelnen Aspekte jeweils für sich im Kreise kompetenter Teilnehmer aus unterschiedlichen Lagern zu diskutieren, Ideen zu sammeln und Lösungswege zu erarbeiten.

Solche Diskussionen sehe ich als wichtige Ergänzung zu den schriftlichen Diskursen in einem BEST IDEAS FUTURE Netzwerk, dem eigentlichen Forum. Um den Aufwand gering zu halten, könnten dabei Teilnehmer auch über Skype zugeschaltet werden. Nachträglich würde jede Diskussion natürlich jederzeit über youtube angeschaut werden können.

BLOG – Unsere Demokratie …

… ist nicht deshalb in Gefahr, weil die Wahlbeteiligung immer weiter zurück geht. Der Rückgang ist lediglich ein Symptom für ein tiefer liegendes Problem. Und so führt auch die Idee am Ziel vorbei, die Wahllokale länger offen zu halten und mehr Wahllokale einzurichten.

Eine andere Idee zur Lösung des Problems der geringen Wahlbeteiligung formulierte jüngst der Journalist Peter Müller im Leitartikel des SPIEGEL 21/2015:
Man solle doch die Wahlkampfkostenerstattungen pro Wähler für die politischen Parteien an die Wahlbeteiligung koppeln. So hätten die Parteien ein materielles Interesse an hohen Wahlbeteiligungen.
Dies sollte dann vor allem für die CDU und SPD motivierend sein, die seit Jahren unter massivem Mitgliederschwund und damit sinkenden Einnahmen leiden.

Ginge der Plan auf, könnten wir uns im Idealfall bald über eine Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen von über 90 Prozent freuen, wie in den Siebziger Jahren. Das Problem wäre gelöst. Ein Sieg für die Demokratie?

Wohl kaum, denn die wahren Probleme unseres demokratischen Systems lassen sich weder durch längere Öffnungszeiten der Wahllokale noch durch finanziellen Druck auf die Parteien lösen.

Prof. Dr. Bernward Gesang schreibt in dem von ihm herausgegebenen Buch „Kann Demokratie auch Nachhaltigkeit“:

„Unsere bislang so erfolgreichen demokratischen Strukturen müssen daher selbst Gegenstand der Diagnose und Therapie werden, wenn der Patient Menschheit gerettet werden soll.“

Es macht viel Sinn, die Situation einmal aus noch größerem Abstand zu betrachten, uns also auch von unserem auf die Demokratie in Deutschland fokussierten Blick zu lösen.

Besuchte jemand unsere Erde und würde sich ein Bild von der Menschheit machen wollen, so hätte er bald den Eindruck, er befände sich in einem Irrenhaus.
Seit Menschengedenken führen wir Kriege gegeneinander, foltern und morden, streben nach Macht und Einfluss und nehmen dafür gerne Hunger, Armut und Not bei einem Großteil der Weltbevölkerung in Kauf, nur um immer größere Reichtümer anzuhäufen, ganz wie Dagobert Duck. Wir machen immer höhere Staatsschulden, für die ja nicht wir, sondern nachfolgende Generationen aufkommen müssen und rauben die Rohstoffe unseres Planeten aus. Hauptsache, uns geht es gut, den heute lebenden fetten Maden im Speck.

Wir entwickeln uns immer weiter hinein in Richtung Chaos und verdrängen den Gedanken, dass dies die Welt sein wird, in der unsere Kinder und Enkel leben werden.
Doch für derlei Erwägungen haben wir keine Zeit: Es rufen die beruflichen Verpflichtungen und es gibt viel Privates zu erledigen, bevor wir uns abends vor die Glotze hängen und „Wer wird Millionär“, „DSDS“ oder Heidi’s Supermodels gucken.

„Man kann ja doch nichts machen“ ist dann unser Argument, mit der wir unser Gewissen beruhigen.

Stimmt. Der Einzelne kann nichts machen. Doch als Zivilgesellschaft haben wir ungeahnte Möglichkeiten, Dinge in die richtige Richtung zu bewegen, wenn wir uns nur einmal die Mühe machten, über Lösungswege nachzudenken, um dann die besten zu unterstützen.

Die Zukunft und die unserer Kinder ist nicht vorgegeben. Wir gestalten sie vielmehr selbst. Heute.

Es geht also nicht vorrangig darum, dass es der Demokratie gut geht, sondern darum, dass es uns gut geht und gut gehen wird. Und uns geht es dann gut, wenn unsere Regierungen so klug wie möglich handeln, damit noch viele Generationen auf unserem schönen Planeten möglichst ohne Krieg, Not und Armut leben können.

Genau DARAUF sollten wir doch unsere Überlegungen und Pläne ausrichten.
Und genau daran sollten wir auch unser politisches System ausrichten.

Eine bessere Regierungsform als die Demokratie kennen wir nicht. Also sollten wir sie optimieren, ihre Schwächen so gut wie möglich eliminieren.

Mit dem Konzept BEST IDEAS FUTURE liegt nun ein Entwurf auf dem Tisch, der diese Aufgabe erfüllt.

Nun bleibt wenig Zeit und Platz in den Medien, sich eines solchen Themas anzunehmen, wenn Im Minutentakt neue Meldungen eintreffen: über sinkende Schiffe im Mittelmeer, den Berliner Flughafenskandal, die Einreiseverweigerung für einen Abgeordneten in Moskau, neu entdecktes Gammelfleisch, eine brennende Unterkunft für Flüchtlinge und ein weiteres Indiz dafür, dass unsere Bundeskanzlerin die Öffentlichkeit belogen hat.
Auch wollen gewichtige Kommentare formuliert werden, etwa zur Frage, ob denn Herr Lucke nun tatsächlich überrascht war, sich plötzlich in einer Partei wiederzufinden, die bedenklich weit rechts angesiedelt ist.

Vor diesem Hintergrund habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass Journalisten kaum Zeit finden, sich mit dem zu beschäftigen, was hinter all den Problemen liegt, uns in Atem halten.

Wenn wir jedoch eine Alternative zur ‚Alternativlosigkeit‘ entwickeln wollen, dann kommt den Medien dabei eine große Verantwortung zu.
Ein neuer Vorstoß, unser Festhalten am Business-as-usual zu durchbrechen, eignet sich aus meiner Sicht ganz hervorragend, um die politische Diskussion in der Öffentlichkeit anzufachen. Was am Ende auch zu einer höheren Wahlbeteiligung führen wird.

Was das politische System anbelangt, so sollten wir mit unserem Glauben an die Demokratie als universelles Erfolgsmodell sehr vorsichtig umgehen. Vor allem dann, wenn wir sie Staaten empfehlen, die „noch“ nicht demokratisch sind. Haben wir immer noch nicht begriffen, dass wir uns diesbezüglich mitunter wie ein Elefant im Porzellanladen bewegen?

Als die Ägypter im Jahre 2012 frei wählen durften, setzte sich Mursi von der islamistischen Freiheits- und Gerechtigkeitspartei in einer Stichwahl mit 51,7 Prozent gegen seinen Kontrahenten Schafiq durch. Ein knappes Ergebnis, doch nach den demokratischen Spielregeln hatte sich das Volk mehrheitlich für eine islamistische Partei entschieden. Und so dauerte es nicht lange, bis über die Einführung der Scharia gesprochen wurde.
Das war uns nun auch wieder nicht recht.

Das Volk der Griechen hatte sich bei freien Wahlen immer wieder für eine Partei entschieden, die das Land wirtschaftlich immer tiefer in den Abgrund steuerte. Die demokratischen Wahlen waren vermutlich korrekt abgelaufen – und trotzdem war das Ergebnis alles andere als gut für Volk und Land.

Die Italiener wählten Berlusconi immer wieder, die Amerikaner entschieden sich auch ein zweites Mal für George W. Bush. Keine gute Wahl, wie sich herausstellte.

Gerade haben die Polen gewählt. Dazu dieser Kommentar von Henryk Jarczyk vom WDR:

„Abgewählt haben sie ihren Präsidenten, doch eigentlich ging es den Wählern darum, der Regierung einen Denkzettel zu verpassen. Die Richtung dabei: zurück zu nationalistischen Zeiten. Dass Polen Schaden nehmen dürfte, stört sie offenbar nicht.“

Der Annahme, das Volk wisse am besten, was gut fürs Volk ist, ist – mit Verlaub – ein verhängnisvoller Irrglaube.

Was nun: Wollen wir Politiker in der Regierung, die bei freien Wahlen am meisten Wählerstimmen auf sich vereinigen oder wollen wir solche, die klug regieren im Sinne des Gemeinwohls?

Beides gleichzeitig zu erreichen scheint nicht möglich.

Und doch gelingt BEST IDEAS FUTURE diese Quadratur des Kreises.
Hier wird bei den Wahlen strikt an unseren demokratischen Regeln festgehalten, wobei gleichzeitig dafür gesorgt wird, dass die Regierung am Ende kluge Entscheidungen fällt.

Wo liegen nun die Schwächen des Konzepts?
Sie sind herzlich eingeladen, es auf Herz und Nieren zu prüfen.

Im Video wird BEST IDEAS FUTURE erklärt.

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BLOG – den Lobbyisten auf die Finger geschaut

Gestern nahm ich an einer ganz speziellen „Stadtbesichtigung“ teil, die regelmäßig von der Initiative „LobbyControl“ angeboten wird.
Zweieinhalb Stunden wurde unsere kleine Gruppe zu diversen Adressen im Berliner Regierungsviertel geführt.

Dieser kleine gemeinnütziger eingetragener Verein mit zehn Mitarbeitern vermittelt einen hervorragenden Einblick in das Dickicht Lobbyismus mit seinen vielfältigen Erscheinungsformen, die weit über die direkte Beeinflussung von Abgeordneten hinausreichen. Die anderen direkten Ziele: Parteien, Medien, die Öffentliche Meinung und neuerdings auch Schulen.

Finanzstarke Unternehmen, Verbände und Interessengemeinschaften bezahlen in Berlin schätzungsweise 5.000 Lobbyisten dafür, dass die Politik in ihrem Sinne gestaltet wird. In Brüssel sollen über 25.000 Spezialisten unterwegs sein, um Einfluss auf die europäische Politik zu nehmen.

LobbyControl ist nicht generell gegen Lobbyisten. Doch die Organisation weist auf verschiedene Gefahren und Missstände hin, durch die sie unsere Demokratie ausgehöhlt sieht und bemüht sich, hierfür bei den Parlamentariern ein offenes Ohr zu finden.

Einen recht guten Überblick erhält man durch die auf der Website veröffentlichten „Zehn Thesen„.

Brauchen wir Lobbyisten?

„Brauchen unsere Politiker überhaupt Lobbyisten?“ fragte ich unsere Stadtführerin.

„Ja, denn unsere Politiker sind auf die Expertise von Spezialisten angewiesen. Sie können sich nicht auf allen Gebieten auskennen.“

Das macht Sinn. Doch ist es aus meiner Sicht problematisch, wenn sich Politiker von solchen Experten beraten und teilweise sogar Gesetze vorformulieren lassen, die von der Wirtschaft dafür bezahlt werden, dass sie Politiker einseitig informieren und beeinflussen. Da hilft mehr Transparenz auch nicht wirklich weiter.

Macht es nicht Sinn, dass Politiker zukünftig verpflichtet werden, sich neutral oder ausgewogen beraten zu lassen?
Diese Frage möchte ich an LobbyControl richten.

Und ich will LobbyControl fragen, wie sie zu der Beratung durch die kollektive Intelligenz aus dem Kreis der Bevölkerung steht.

Vielleicht reicht das nicht. Vielleicht sind wir wirklich auch auf das Insiderwissen von Lobbyisten angewiesen. Vielleicht sollten wir sie in den Dialog im Netzwerk integrieren, statt sie kategorisch auszuschließen.

Ich kann mir vorstellen, dass sie – als ausgewiesene Lobbyisten im Netzwerk auftretend – ihre Sichtweise und Ziele vermitteln dürfen. Denkbar ist, dass sie und ihre Beiträge durch blaue Schrift kenntlich gemacht werden, während die ihnen kritisch gegenüber stehenden NGOs beispielsweise mit grüner Schrift identifizierbar sind.

Es dürfte also der Vertreter eines Rüstungskonzerns seinen Standpunkt darlegen, weshalb es sinnvoll wäre, eine neue Generation Panzer oder Sturmgewehre zu entwickeln. Ganz offiziell.

Und Bankenvertreter dürften erklären, weshalb kein Gesetz erlassen werden sollte, das immens hohe Überziehungszinsen verbietet.

Natürlich hätten dann auch die Vertreter der Lebensmittelindustrie die Gelegenheit, darzulegen, weshalb Verbrauchern auch weiterhin ihr Wunsch nach differenzierter Information über die Inhaltsstoffe verwehrt werden sollte.

Auf die Bühne, meine Herren!

BLOG – Studie von Prof. Peter Kruse: Deutschland im Wandel

Wieviel Veränderung soll’s denn sein? Systemoptimierung oder Paradigmenwechsel?

2014 führte der Netzwerkforscher Prof. Dr. Peter Kruse von nextpractice die Studie „Deutschland im Wandel: Systemoptimierung oder Paradigmenwechsel?“ durch. Das Ergebnis war ebenso eindeutig wie niederschmetternd: Unsere Gesellschaft driftet auseinander. Weit über die Hälfte der Bürger hat das Gefühl, dass sich die Solidarität dem Gefrierpunkt nähert. Es dominiert ein tiefes Gefühl der Resignation. Politik, Wirtschaft und eine immer schmalere Elite von „Leistungsträgern“ orientieren sich nicht mehr am Gemeinwohl, sondern an Einzelinteressen. Einigkeit besteht nur darin, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Vier Fünftel der Menschen sind sich sicher: Deutschland braucht eine grundlegende Neuorientierung.
„Das kulturelle Band gemeinsamer Werte und Überzeugungen ist in unserer Gesellschaft zum Zerreißen gespannt“, so Kruse. „Man wundert sich umso mehr, dass Führungskräfte in Politik und Wirtschaft nur selten auf die Idee kommen, die Menschen an ihren Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Da liegen riesige Ressourcen an verteiltem Wissen und kollektiver Intelligenz brach.“

Weitere Informationen hier.
Dieses Video zeigt eine sehr differenzierte Analyse der Situation.

Prof. Kruse dazu:

„Ich weiß nicht, was man mit Politikern anstellen muss, damit sie wach werden. Ein stärkeres Wecksignal, einen stärkeren Wakeup-Call kann ich mir nicht vorstellen.“

FAQ – Populistisch also …

Mein Cousine Eva war begeistert vom BEST IDEAS FUTURE Konzept. Doch sofort kam der Kommentar: „Man wird Dir Populismus vorwerfen. Darauf wirst du dich gefasst machen müssen!“

Eva ist weit über 80 Jahre alt, politisch sehr engagiert und dabei so wach wie Heiner Geißler. Nur beim Klettern wird sie mit Heiner Geißler nicht mithalten können. Sie bevorzugt das Fahrrad.

Meine erste Reaktion war: „Natürlich wird man versuchen, die Maden im Speck ausfindig zu machen, angeführt von den von mir angegriffenen etablierten Parteien. So what!“

Eine bewährte Strategie ist es ja – falls möglich – eine politischen Bewegung oder Partei in die rechte Ecke zu stellen.
Das funktioniert mit BEST IDEAS FUTURE natürlich nicht.

Also dann populistisch

Bei Wikipedia fand ich diese interessante Charakterisierung:

„Hier geht es um die Frage, wie Inhalte der Politik weitergegeben und präsentiert werden. Merkmale von Populismus als Strategie sind emotionale Kampagnen, in denen vereinfachende Lösungen auf komplexe Probleme gegeben werden. Oftmals beinhaltet diese Form des Populismus eine opportunistische Politik, deren Hauptziel es ist, hohe Wähleranteile zu erhalten. Dies kann auf Dauer zu einer profillosen Politik führen. Parteiführer, die öfters als „Populisten“ bezeichnet werden, stellen sich freilich als jene Politiker dar, die Tabuthemen berühren oder gewisse Erscheinungen bürgerferner Politik bekämpfen.
Oft wird auch jede politische Forderung polemisch als Populismus bezeichnet, die dem echten oder vermuteten Mehrheitswillen der Bevölkerung entspricht, aber im Widerspruch zu eigenen Zielsetzungen steht, besonders wenn diese unpopulär sind, aber (tatsächlich oder vorgeblich) aus „höherer Einsicht“ resultieren. Dies wird von Kritikern als gestörtes Verhältnis zur Demokratie gewertet.“

Es gibt politische Initiativen, die vielen Wählern gefallen, die aus einer populistischen Motivation heraus auf den Weg gebracht wurden und andere, die aus ganz anderen Beweggründen heraus entstanden.

Die Entstehungsgeschichte von BEST IDEAS FUTURE ist nachvollziehbar. Am Anfang stand die Frage: Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Regierungen künftig klüger handeln? Allein das ist das Ziel.
Und wenn es Teil der Lösung ist, das unermesslich große Potential der Bevölkerung an Wissen, Erfahrung, Intelligenz und Kreativität endlich einmal zu nutzen und sich dies auch ganz dem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht, so halte ich es für absolut abwegig, dieser Strategie im Nachhinein Populismus zu unterstellen.

Wer es dennoch tun wird, disqualifiziert sich selbst, denke ich.

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Haben Sie selbst eine Meinung?

BLOG – Schritt für Schritt

Manche Leute schütteln nur mit dem Kopf, halten mich für verrückt:
„Bist Du wahnsinnig geworden? Du willst eine politische Partei gründen und mit der das ganze politische System umkrempeln. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Du willst gleich die ganze Welt verändern. Geht’s denn vielleicht noch ein wenig größer?“

Meine Antwort:
Ja, ich möchte den Anstoß dazu geben, dass sich Manches auf der Welt zum Positiven verändert. Weil es absolut notwendig ist, die negative Entwicklung zugunsten unserer Kinder und Enkel zu stoppen.
Bin ich deshalb verrückt oder wahnsinnig? Das möge jeder selbst entscheiden. Ich halte mich selbst für aufgewacht und mutig, es zu wagen, gegen den Strom zu schwimmen.
Ja, vielleicht ginge es noch größer, doch was BEST IDEAS FUTURE beinhaltet, reicht mir schon.
Nein, ich möchte kein Parteiführer werden. Als Politiker bin ich völlig ungeeignet.

Vielmehr:
1. Ich möchte uns Bürgerinnen und Bürger, Politiker, Wissenschaftler und Journalisten eindringlich darauf aufmerksam machen, dass wir uns mit unserem demokratischen System verrannt haben, dass wir auf dem Holzweg sind.
Weil wir, nachdem die Konkurrenten Sozialismus und Kommunismus k.o. gegangen sind, zwar langsam erkennen, dass auch unser demokratisches System nicht perfekt ist – wir uns aber konsequent weigern, es zu optimieren. So als wäre es gottgegeben.

Und so halten wir Deutschen an unserem deutschen System fest, die Amerikaner, Franzosen, Inder und Mexikaner an den ihren demokratischen Systemen.

2. Ich möchte uns darauf aufmerksam machen, dass die vielen Krisen und Probleme, mit denen wir uns in Deutschland, Europa und in der Welt konfrontiert sehen, Symptome eines grundlegenden Problems sind. Und das sind Regierungen, die aus den unterschiedlichen Gründen ihren Job so schlecht machen, so dass Altkanzler Helmut Schmidt zu dem vernichtenden Urteil kam: „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.“
(Ich wiederhole diesen Satz so oft, weil er bei bislang nicht mehr als Ratlosigkeit ausgelöst hat.)

Die Aufmerksamkeit der Medien und damit die unsere konzentriert sich so gut wie ausschließlich auf die vielen kleinen und großen Katastrophen, die ganz am Ende der Kausalkette stehen: Hunger, Kriege, IS, „Griechenland-Rettung“, Flüchtlinge, CO2, demografische Entwicklung, wachsende soziale Ungleichheit, Finanzkrise … Davon gibt es weltweit viele Tausend.

Und wir beobachten unsere Politiker, wie sie erfolglos versuchen, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Oder es von vorn herein unterlassen.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel wie das Schlagen nach Mücken, während wir uns in der Nähe eines Sumpfs befinden.

Das Problem mit den Mücken können wir nicht durch Schlagen, geschlossene Fenster, Sprays und Moskitonetze lösen, sondern ausschließlich durch das Trockenlegen des Sumpfes.

Sprich: Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Regierungen in Zukunft KLUG handeln.

3. Hat jemand eine Idee, wie wir das erreichen können?
Und weil ich noch von keiner Idee gehört habe, so habe ich selbst eine Strategie entwickelt, die ich nun zur Diskussion stelle.
Man kann nun diese Idee optimieren und umsetzen oder man kann eine bessere entwickeln.
Nur weiterhin untätig sein und das business as usual fortsetzen, das akzeptiere ich nicht.

4. Es muss nicht sofort eine Partei gegründet werden.
Zunächst möchte ich überzeugte und überzeugende Mitgründer für einen gemeinnützigen Verein finden. Als zweites sollte das Netzwerk konzipiert und programmiert werden und einem ausführlichen Praxistest einschließlich vieler Optimierungen unterzogen werden. Und schließlich folgt dann die Gründung der Partei.

5. Ich persönlich sehe mich in der Rolle desjenigen, der die Öffentlichkeit aufrüttelt und auf die Notwendigkeit aufmerksam macht, unser demokratisches System zu optimieren mit der Zielsetzung einer intelligenteren Politik der Regierungen.
Dabei will ich einen Wettbewerb der besten Ideen anstoßen.
Parteiführer möchte ich definitiv nicht werden.

Zum Schluss ein Zitat von Winston Churchill, aus einer Rede vor dem Unterhaus am 11. November 1947

„No one pretends that democracy is perfect or all-wise. Indeed, it has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time.“

Any comments?

BLOG – Den Sumpf trockenlegen

In der Welt, in Europa und in Deutschland stürzen immer mehr Probleme auf uns ein. Die müssen unbedingt gelöst werden.
Doch entscheidend ändern können wir die Situation erst dadurch, dass wir uns bewusst machen, dass die vielen Probleme nur Symptome eines anderen, übergeordneten Problems sind.

Und wenn wir das lösen, wird sich die gesamte Situation entspannen.

Mücken und immer mehr Mücken greifen an…
Nun kann man immer wieder auf sie einschlagen – ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Oder man legt den benachbarten Sumpf trocken.

Warum probieren wir nicht einmal die Variante mit dem Sumpf?

Welches ist nun das übergeordnete Problem?
Wenn Sie das Video gesehen haben, so wissen Sie es.
Falls nicht, so haben Sie jetzt die Gelegenheit dazu.

Link Video

BLOG – Was sagen die Wissenschaftler?

Vorgestern schrieb ich alle 47 wissenschaftlichen Mitarbeiter des Göttinger Instituts für Demokratieforschung an und bat sie um ihre Meinung zu BEST IDEAS FUTURE.

DAS INSTITUT STELLT SICH VOR
„Sinkende Wahlbeteiligung, allgemeines Desinteresse an politischen Vorgängen, fehlendes Verständnis demokratischer Abläufe – die Politikverdrossenheit breitet sich offenbar immer weiter aus. Dem will die Universität Göttingen nun entgegenwirken: Mit dem neu gegründeten Institut für Demokratieforschung wollen wir unsere Erkenntnisse in die Öffentlichkeit tragen. Dabei sollen wissenschaftliche Analyse, öffentliche Vermittlung, Didaktik und Beratung miteinander verknüpft werden.
Das Institut fungiert als Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. Forschungsergebnisse sollen der interessierten Öffentlichkeit vermittelt werden, umgekehrt aber auch Fragen der Gesellschaft die politische Wissenschaft zu neuen Studien anregen. Dieser Transfer zwischen Forschung und Praxis ist das erklärte Ziel.“

Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen und werde an dieser Stelle berichten.

Liebe Mitarbeiter des Instituts,
sollten Sie sich aus dem einen oder anderen Grund nicht öffentlich äußern wollen, so schreiben Sie Ihren Kommentar ruhig unter einem Phantasienamen.
Ihr Feedback ist sehr wichtig!

Update 19. Mai 2015: Es hat sich noch keiner der 47 Wissenschaftler in irgendeiner Form geäußert.