BLOG – Bitte nicht vom Regen in die Traufe

Das vorrangige ZIEL von BEST IDEAS FUTURE ist: eine vernünftigere Politik in Deutschland, Europa und in der Welt.
Alles andere ist nachrangig.

Immer wieder gibt es Widerstand gegen die Idee, dass im Netzwerk nicht jede Stimme gleich viel Gehör bekommen soll, die Stimme von „Experten“ also mehr zählt, wobei die des „Kleinen Mannes“ unter den Tisch fallen soll.

Jain: Auch der „Kleine Mann“ kann durchaus bei einem Thema, in dem er sich gut auskennt, „Experte“ sein. Und auch ansonsten darf er Ideen vorbringen, kommentieren und die Ideen anderer bewerten. Doch die Stimmen derer, die bei einem Thema über kein großes Hintergrundwissen verfügen, sollen grundsätzlich weniger Gewicht haben. Wobei dies für jeden gilt, unabhängig davon, aus welcher Gesellschaftsschicht er kommt.

Ein Mann, der als Fischer über viele Jahre zur See gefahren ist, seit zehn Jahren jedoch arbeitslos und Harz 4 Empfänger, wird bei Fragen von Fangquoten durchaus als „selbsternannter Experte“ mehr gehört werden als ein Professor für Literaturwissenschaften, der sich mit dem Thema nie beschäftigt hat.
Allein in Abhängigkeit von Wissen und Engagement kann also der Kleine Mann groß werden und der große Mann klein.

Gegenwärtig treffen die von uns gewählten Repräsentanten die politischen Entscheidungen, die nicht immer sehr klug sind, um es diesmal diplomatisch auszudrücken. Das Volk hat dabei keine Stimme.
Wenn nun künftig das Volk Entscheidungen treffen soll, so dürfen wir damit nicht vom Regen in die Traufe geraten.
Insofern müssen wir zwei Risiken auszuschließen versuchen:

1. Dass Entscheidungen verabschiedet werden, die nicht mit den Zielsetzungen von BEST IDEAS FUTURE vereinbar sind (Die Antwort auf die Frage: Wie wollen wir leben im Jahre 2050?)
Dem können wir begegnen, indem Beiträge gelöscht werden, die als außerhalb dieser politischen Leitplanken identifiziert werden

2. Dass die Qualität der aus den Diskursen im Netzwerk hervorgehenden Entscheidungen durch Beiträge von Teilnehmern leidet, die unwissend und/oder dumm sind.
Dem müssen wir mit einer geeigneten Filterung begegnen.

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Entscheidungen sollen nicht die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung widerspiegeln, wie bei Volksabstimmungen. Was die Mehrheit denkt und für richtig hält, ist hier nebensächlich. Wesentlich ist, das es qualitative Entscheidungen gibt im Sinne des Gemeinwohls (!)

Wie soll ein Kapitän das Schiff am besten durch den Orkan steuern? Dies betrifft das Schicksal aller Passagiere. Dennoch macht es keinen Sinn, zu dieser Frage eine Abstimmung unter den Passagieren durchzuführen. Die Entscheidung sollte ausschließlich von Sachkundigen, also „Experten“ getroffen werden, also den Offizieren an Bord.

Ich sah gerade die Talkrunde von Anne Will, die am 22. April 2015 ausgestrahlt worden war und nach wie vor in der ARD Mediathek zu sehen ist. Es ging um das Thema: „Drachme statt Euro – Katastrophe oder Erlösung?“

Eingeladen waren: Alexander Graf Lambsdorff (FDP, stellvertretender Präsident des Europäischen Parlaments), Margarita Tsomou (eine gebildete Deutsch-Griechin, die in Deutschland wie auch in Griechenland wohnt und arbeitet), Günter Verheugen (SPD, u.a. Vizepräsident der Europäischen Kommission), Prof. Henrik Enderlein (Ökonom, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler) und Nikolaus Blome (Mitglied der Chefredaktion des Spiegel).

In der Sendung prallten natürlich ganz unterschiedliche Meinungen aufeinander. Wie immer.
Die unterschiedlichsten Aspekte und Gesichtspunkte kamen auf den Tisch, doch natürlich reichten die 75 Minuten Sendezeit bei weitem nicht aus, um sie alle in einer vertieften Diskussion zu beleuchten.

Doch eins ist klar: Solch ein Diskurs ist der richtige Weg.
Und man käme sicher zu recht brauchbaren Lösungsansätzen, wenn es ausreichend Zeit gäbe, um das Thema sehr strukturiert zu diskutieren, und dies mit unterschiedlichen Experten, ‚Expertchen‘ und Betroffenen.
Daraus lässt sich lernen für die diskursiven Prozesse im geplanten Netzwerk, die übrigens unbedingt auch öffentliche Talkrunden beinhalten sollen.

Die Diskussion bei Anne Will hat auch gezeigt, wie komplex das Thema ist und wie viel Hintergrundwissen man deshalb braucht, um hier qualifiziert mitreden zu können.
Auf der anderen Seite reicht es auch nicht aus, Experte zu sein, wenn dabei der gesunde Menschenverstand auf der Strecke geblieben ist. So offenbar geschehen bei denen, die von Griechenland erwarten, das Land hätte ein Chance zu gesunden, indem es es sich gesund spart.

Und so kam es tragischerweise, dass sich die gesamte europäische Griechenland Politik auf dem Irrweg befindet, zu dem auch unsere Bundesregierung unter der Führung einer Frau Merkel und eines Herrn Schäuble nach wie vor steht.

Wenn nun künftig nicht mehr jene unfähigen und unwilligen Politiker, sondern das Volk entscheiden soll, so mögen uns Gott und Allah schützen vor Beiträgen von Bürgern, die sich vornehmlich durch die BILD ihre Meinung bilden.

Kostprobe: Die Zeitung titelte am 22. Juni 2011: „BILD enthüllt! Die Euro-Lüge – So haben uns die Griechen reingelegt!“ Es war der Aufmacher einer fünfteiligen Serie, die auch noch mit dem Herbert-Quandt-Medienpreis geadelt wurde.
Ganz nebenbei: Es ist eine Kampagne, die der frühere „Bild am Sonntag“-Chefredakteur Michael Spreng als beispiellos seit dem Kampf Springers gegen die Ostverträge bezeichnet. „Bild“ versuche, „die Leser gegen die Griechen in einer Form aufzuwiegeln, die an Volksverhetzung grenze“.
Auch die Aufforderung in der BILD „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen … UND DIE AKROPOLIS GLEICH MIT!, zeigt, auf welchem Niveau und in welche Richtung die auflagestärkste Zeitung unseres Landes ihre Leser „bildet“.

Am liebsten würde ich Leser der BILD grundsätzlich von der Teilnahme an politischen Diskursen ausschließen. Doch mit diesem Wunsch würde ich sicher nur wenige Freunde finden. Außerdem ist dies praktisch nicht durchführbar.

Ich bin nur derjenige, der einen Paradigmenwechsel in der Politik anstoßen möchte. Wie der dann genau aussehen wird, darüber werden am Ende andere entscheiden.

BLOG – Die verzweifelten Hühner vor dem Zaun

Das begehrte Futter liegt direkt vor den Hühnern. Doch dazwischen befindet sich ein Zaun.
Verzweifelt versuchen die Hühner, das Futter zu erreichen, indem sie ihre Köpfe durch das Gitter quetschen und versuchen, den Draht des Zauns zu bearbeiten.
Es ist zwar aussichtslos und die Schnäbel sind schon verletzt, doch die Hühner geben nicht auf, denn ihr Hunger wird immer größer.

Bewegten sich die Hühner nur wenige Schritte zurück, würde vielleicht das Intelligenteste unter ihnen erkennen, dass der Zaun nur einen Meter breit ist und dass sie das Futter leicht erreichen könnten, wenn sie um den Zaun herum gingen.

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Immer wieder protestieren und demonstrieren wir, reichen Petitionen ein und hoffen, dass die Politiker eines Tages doch auf uns hören werden.
Alle Erfahrung zeigt zwar, dass unsere Bemühungen keine Aussicht auf Erfolg haben, doch weil uns unsere Forderungen so wichtig sind, geben viele von uns nicht auf. Andere wenden sich resigniert ab.

Würden wir nur einige Schritte aus der Situation zurücktreten, könnten wir erkennen, dass …

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Wenn wir als Zivilgesellschaft wirklich einen Paradigmenwechsel wollen, strukturierte Partizipation und eine vernünftigere Politik, so nutzt es nichts, wenn wir diese Wünsche an die Politik mit der Bitte zur Umsetzung weiterreichen, immer und immer wieder.

Haben wir denn immer noch nicht verstanden, dass es die Politiker schlichtweg nicht interessiert? Und selbst wenn, sie haben mit der Bearbeitung bestehenden Baustellen und ihrem Parteiengerangel bereits genug zu tun. Da gibt es beispielsweise das wichtige Thema der Autobahnmaut…

Nur wenn wir als Volk den entscheidenden Schritt machen und statt weiterhin Bittsteller zu sein, durch Gründung einer eigenen politischen Partei auf die politische Bühne treten, können wir dafür sorgen, dass das, was wir für richtig halten, auch in der Politik umgesetzt wird.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

“Die politische Partei wird in Zukunft mehrheitsfähig sein, die Bürgerbeteiligung als demokratisches Zukunftsmodell vorschlägt.”

schrieb Heiner Geißler im Buch “Kann Demokratie auch Nachhaltigkeit?”.

Natürlich freue ich mich über Zuspruch, doch vor allem interessiert mich Kritik jeder Art. Denn auch wenn BEST IDEAS FUTURE am Ende eine klügere Politik hervorbringen wird und dabei auch den Wunsch der Bevölkerung nach Partizipation erfüllt, so ist der vorliegende Masterplan doch zunächst nur ein grober Entwurf, an dem noch viel gearbeitet werden muss. Und hierfür braucht es Ideen und Kritik von Ihnen.

Am 12. Mai 2015 habe ich 47 wissenschaftliche Mitarbeiter des Göttinger Instituts für Demokratieforschung angeschrieben und um ein Feedback gebeten. Auf deren Reaktionen bin ich sehr gespannt.

An die Mitarbeiter des Instituts: „Sie können natürlich auch gerne anonym antworten, wenn Ihnen das lieber ist.“

INFO – Zum aktuellen Stand des Projekts BEST IDEAS FUTURE

Heute, am 9. April 2015, ist das Projekt BEST IDEAS FUTURE noch eine one-man-show.

Ich habe die Idee entwickelt und das Konzept ausgearbeitet, die Website / den Blog gestaltet und inhaltlich gefüllt, den Text zum Video geschrieben, gesprochen und das Video gedreht und geschnitten und parallel Pläne für die Verbreitung entworfen.

Um nun den Stein ins Rollen zu bringen, brauche ich vielfältigen Beistand (Kritik, Anregungen, Verbreitung, Spenden). Genauere Informationen dazu hier.

Erst seit Kurzem stelle ich das Projekt einer kleinen, ausgewählten Öffentlichkeit vor und bitte um Kritik und Anregungen, die dann in entsprechende Korrekturen einfließen.

Ja, das Video ist mit 30 Minuten zu lang und etwas sperrig. So werde ich es demnächst kürzen.
Auch werde ich einen Teaser produzieren, der in sozialen Netzwerken verbreitet werden kann.

So weit zunächst eine minimale Info zum gegenwärtigen Stand.

Ich freue mich über jedwede Unterstützung. Und die erwarte ich auch, denn das Projekt BEST IDEAS FUTURE habe ich nicht zu meinem Privatvergnügen entwickelt, sondern für die Gesellschaft, für künftige Generationen.
BEST IDEAS FUTURE innerhalb kurzer Zeit in Deutschland und demokratischen Staaten zu verbreiten ist ein ambitionierter Plan, der ohne entsprechende Mittel, die durch Spenden aufgebracht werden müssen, nicht umsetzbar ist.

Meine persönliche Rolle sehe ich darin, eine dringend notwendige Wende in der Politik anstoßen. An der Spitze der deutschen oder einer weltweiten Organisation will ich nicht stehen, das können andere, jüngere, viel besser. Ich möchte so bald wie möglich nur im Hintergrund wirken.

BLOG – Die ruhigen Zeiten sind auch bei uns vorbei

Heute erschien die Meldung in Spiegel online:

TV5Monde: IS-Hacker legen französischen Fernsehsender lahm

Der öffentlich-rechtliche zweitgrößte Sender Frankreichs strahlt weltweit in 200 Ländern über Satellit und Kabel aus.
„Auch über seine Website und die meisten Konten in sozialen Netzwerken hatte TV5Monde stundenlang keine Kontrolle mehr. Dort hatten Hacker zuvor Dokumente veröffentlicht, bei denen es sich nach ihren Angaben um Ausweise und Lebensläufe aus dem Umfeld französischer Militärangehöriger handelte, die an Einsätzen gegen den IS beteiligt seien.“

Dies demonstriert die Reichweite, über die der IS bereits verfügt. Und wenn er den Sender und dessen Website hacken kann, dann ist er auch fähig, sich in die Infrastruktur und die Wirtschaft europäischer Staaten einzuschleusen.
Sind wir dagegen gerüstet? Nein. Das haben unsere Politiker leider verschlafen. Sie neigen dazu, erst aktiv zu werden, wenn dringender Handlungsbedarf besteht. Schließlich sind sie zu sehr beschäftigt mit der Ausländermaut, der Edathy-Affaire und anderen Dingen, die wichtiger sind.

Kann die Idee BEST IDEAS FUTURE überhaupt funktionieren, die ja sehr wesentlich auf der Nutzung des Internet fußt? Die nicht abgeschirmte Plattform dürfte ein leichtes Opfer für Hacker sein, die vermutlich Abstimmungsergebnisse leicht verfälschen und damit in der Politik mitmischen könnten.
Oder wird es mit viel Aufwand möglich sein, denn Hackern jeweils einen Schritt voraus zu sein?

Ich kann dies nicht beurteilen.

BLOG – Wer die Welt regiert

Es gibt eine hervorragende Dokumentation vom Januar 2014 mit dem Titel: „Geld regiert die Welt – Die Story im Ersten“

Hier werden die Strukturen der Finanzwirtschaft unter die Lupe genommen, insbesondere die hinter den Großbanken stehenden Schattenbanken und Finanzkonzerne. Sie sind es, die die Zügel in der Hand halten, und allen voran Larry Fink mit dem von ihm gegründeten Unternehmen BlackRock. Mit über 10.000 Beschäftigten kontrolliert Larry Fink 4 Billionen Dollar Anlagevermögen.

Da wurde ein gefährlicher Geist aus der Flasche gelassen und ich frage mich, ob es überhaupt möglich sein wird, ihm seine Macht zu nehmen.

Am Ende des Films heißt es:
„Die gewaltige Macht von Firmen wie BlackRock ist beunruhigend, die Vernetzung der Giganten an der Spitze der Finanzwelt bedrohlich. Denn das ganz große Geld unterwirft den Globus unerbittlich dem Profit. Das trifft Millionen Menschen an vielen Orten.
Finanzkonzerne verhindern alles, was sie regulieren könnte. Und vergolden sich weiter ihre eigene Welt.“

Und noch einige Zitate aus dem Film:

Prof. Max Otte über den Kampf der „Betriebssysteme“
„Im Prinzip gibt es im Moment einen Kampf der Systeme: Es gibt den aggressiven, transaktionsorientierten, sehr renditeorientierten angelsächsischen Kapitalismus, der eigentlich seit den Siebziger Jahren auf dem Vormarsch ist und dann gibt es das, was wir in Kontinentaleuropa als soziale Marktwirtschaft bezeichnet haben, also einen sozialen Kapitalismus, einen Kapitalismus mit Regeln für alle. Und in diesem Kampf der Betriebssysteme setzt sich der angelsächsische Kapitalismus mit zunehmender Geschwindigkeit durch und aus meiner Sicht stehen wir schon fast vor einem Kollaps der sozialen Marktwirtschaft.
Das dauert nicht mehr sehr lange, wenn es so weitergeht wie bisher.“

Weltweit werden soziale Errungenschaften geopfert und zu Geld gemacht. Die Jagt nach Renditen kennt dabei keine Schranken.
„Im Moment wird die Welt schnell und massiv ungerechter. Wir haben eine massive Vermögenskonzentration an der Spitze und da entsteht wirklich eine neue Adelsschicht, die die Welt auf ihre Art beherrscht. Das hat mit Verschwörung gar nichts zu tun, sondern mit Machtstrukturen, und diese Vermögenskonzentration nimmt rapide zu, so bekommen wir eine zunehmend ungerechtere Welt.“

Geld fließt, aber wie und wohin? Und wer dirigiert es?
„Sie sehen die Tendenz ja auch darin, dass immer mehr deutsche Firmen von amerikanischen, von ausländischen Investoren gekauft werden. Früher war es so, dass das Sparvermögen der Deutschen über die Sparkassen, Volksbanken Reiffeisenbanken über Kredite dem Mittelständler wieder zur Verfügung gestellt wurde. Heute geht das Geld an die Kapitalmärkte, dann wird es in London oder Washington größtenteils gesammelt und natürlich auch in Frankfurt und dann kommt es über Finanzinvestoren und auch über Fondsgesellschaften wieder zurück als Aktienkapital, als Beteiligungskapital. Wir haben also praktisch die Pipelines umgebaut. Ob das so vernünftig ist, das wage ich zu bezweifeln.“

Thomas Küchenmeister von „Facing Finance“:
„Dort, wo keine Regulierung stattfindet, ist der Profit am höchsten. Und das weiß der Investor. Es ist die erste Regel, die man dort lernt, und deswegen sind auch solche Investoren wie BlackRock in die Deutsche Bank investiert, weil die Deutsche Bank eben stark profitiert von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen. Insider wissen: Es wird kaum wichtige Entscheidungen der Deutschen Bank geben, die nicht mit dem Großaktionär abgestimmt sind.“

„Richtig verdient hat BlackRock nach der Krise. Im Auftrag der Regierung wurden Pleitebanken abgewickelt und Erste Hilfe auf dem US-Hypothekenmarkt geleistet. Später haben sich die Experten Einblicke in Griechenlands Finanzen verschafft. Im Auftrag der griechischen Zentralbank. Krise ist immer gut fürs Geschäft. Und Staatsschulden erst recht.
Die Staaten geraten in immer höhere Abhängigkeiten: man kann sie refinanzieren, man kann sie beraten, man kann bei den Beratungen Geld verdienen, man kann bei den Anleiheemissionen Geld verdienen, man kann bei den Umschuldungen Geld verdienen, man kann dann Geld verdienen, wenn beispielsweise Teile in Griechenland privatisiert werden und von privaten Investmentgesellschaften aufgekauft werden. Also die Zerschlagung klassischer staatlicher Strukturen im Wirtschaftsbereich spielt natürlich diesem Teil der Finanzbranche direkt in die Hände.“

„Die Finanzindustrie bewegt das Geld um den Globus. Jede Krise, jede Milliarde neue Staatsverschuldung bedeutet Umverteilung. Unten wird es weniger, oben wird es mehr. Und der Reichtum ist explodiert. In zehn Jahren hat sich die Zahl der Milliardäre auf dem Globus vervierfacht. Und das große Geldgeschäft ist zu den Firmen im Schatten gewandert. Dorthin, wo man sich nicht in die Karten schauen lässt.
Es sind riesige Machtkonzentrationen entstanden und das geschieht von der Politik eigentlich weitgehend unbeaufsichtigt und vergessen, auch im Bankenbereich aber vor allem eben im Kapitalsammelstellenbereich bei den Fonds.
Das lässt man im Moment zu, weil es die herrschende Doktrin des Neoliberalismus, der sogenannten Freien Märkte fordert. Aber dass Freie Märkte wirlich nicht so frei sind, wie man denkt, das merkt man spätestens dann, wenn man einmal Monopoli gespielt hat, am Ende stehen nämlich ganz wenige ganz mächtige Player oder beim Monopoli dann sogar ein Einziger, der quasi den Rest der Welt vereinnahmt. Ohne Regeln geht es nicht, ohne Größenbegrenzungen werden wir auf Dauer das Problem nicht in den Griff bekommen.
Die gewaltige Macht von Firmen wie BlackRock ist beunruhigend, die Vernetzung der Giganten an der Spitze der Finanzwelt bedrohlich. Denn das ganz große Geld unterwirft den Globus unerbittlich dem Profit. Das trifft Millionen Menschen an vielen Orten.
Finanzkonzerne verhindern alles, was sie regulieren könnte. Und vergolden sich weiter ihre eigene Welt.“

BLOG – Vorbild Italien

Ein interessanter Artikel in SPIEGEL online:

Nirgendwo im westlichen Europa ist Korruption so verbreitet wie in bella Italia. Ein netter Nebenverdienst für Politiker und Beamte, die sich in eine einflussreiche Stelle hochgearbeitet haben.

  • Die brach in Sizilien eine brandneue Brücke ein, weil nach Abzug der Schmiergelder keine ordentliche Arbeit mehr möglich war.
  • Bei einem Sozialprojekt für hochgefährdete Kinder und Jugendliche in Neapel zweigten Beamte mehr als sieben Millionen Euro ab und steckten sie in die eigene Tasche.
  • Großprojekte sind natürlich besonders einträglich. Seit elf Jahren wird in Venedig an mobilen Staumauern gebaut. Doch die veranschlagten 5,5 Milliarden Euro werden kaum reichen, weil viele hundert Millionen Euro Steuergelder der Korruption zum Opfer fallen. Im vergangenen Jahr wurden 35 Personen verhaftet, sicher nur die kleine Spitze eines Eisbergs.
  • Gerade gestand der frühere Kabinettschef von Roms Bürgermeister und spätere Polizeichef der Provinz Rom, Walter Veltroni, dass er sich von einer mafiösen Gang hat schmieren lassen: mit monatlich 5.000 Euro.

Nun wird an einem neuen Anti-Korruptionsgesetz gearbeitet. Doch die Politiker sind eifrig bemüht, es zu entschärfen. Denn etliche von ihnen stehen selbst unter Korruptionsverdacht oder wollen Parteifreunden beistehen.

Auch wenn wir es in Deutschland in Sachen Korruption nicht mit den Italienern aufnehmen können, so sind wir auf dem besten Wege, uns mit gigantischer Fehlplanung in Europa und der Welt einen Namen zu machen.
Der Bau des Flughafens in Berlin zeigt, wie teuer es werden kann, wenn Politiker bei einem solchen Großprojekt ohne die notwendige Sachkenntnis entscheiden.
Und so verstehen die Mitarbeiter der Berliner Finanzämter gar keinen Spaß, wenn Steuerpflichtige ihren Zahlungspflichten nicht pünktlich nachkommen. „Berlin ist hochverschuldet und braucht das Geld!“, wurde mir neulich im Finanzamt gesagt.

Wenn eine BEST IDEAS FUTURE Partei erst in der Regierung sitzt, werden wir einen guten Teil der Staatsausgaben einsparen können. Und wenn es nach mir ginge, würden wir mit den Einsparungen die Steuern von Geringverdienern senken.

Doch nach mir wird es nicht gehen. Entscheiden wird auch über diese Frage das Volk.

BLOG – 2 Mio. Euro für ein schnelles Auto?

Die Schauspielerin Wolke Hegenbarth berichtete in der Markus Lanz Sendung vom 2. April 2015 über das, was sie bei Einsätzen mit Schiffen der medizinischen Hilfsorganisation ‚Mercy Ships‘ in Guinea und Madagaskar erlebte.
Auf dem Schiff werden Operationen durchgeführt, die im Land nicht möglich sind.

„Es gibt Länder, da gibt es keine Zahnärzte“, berichtet Wolke Hegenbarth. „Nicht wenige, sondern keine.“
Auf dem Schiff erhalten Menschen Hilfe.

Und sie erzählt von der schrecklichen Krankheit Noma. Diese bakterielle Erkrankung, die mit Antibiotika leicht zu behandeln wäre, zerfrisst Weichteile und Knochen des Gesichts.
Auf dem Schiff erhalten Patienten plastische Gesichtsoperationen.

Oft kann auf dem Schiff auch Blinden geholfen werden, so dass sie (wieder) sehen können.

Menschen, die in Armut leben – von den 7 Milliarden Menschen gelten 2 Milliarden als unterernährt – leiden nicht nur an Hunger, sondern auch an schrecklichen Krankheiten, die zum Teil leicht zu heilen wären, doch sie haben nicht die paar Dollar, um Antibiotika und andere Medikamente zu bezahlen.

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Woanders auf der Welt haben Menschen andere Probleme.
Da stellt sich für manche die Frage, ob sie lieber einen Ferrari, einen Bugatti kaufen sollten oder vielleicht doch einen Koenigsegg Regara. Der kostet zwar um die zwei Millionen Euro, doch dafür sorgen 1.800 PS dafür, dass man in 2,7 Sekunden auf Tempo 100 km/ h beschleunigt hat. Von 0 auf 400 km/h benötigt der Regara ganze 20 Sekunden.

Eine schwerwiegende Entscheidung ist es natürlich auch, welche Werft man mit dem Bau der nächsten Superyacht beauftragen sollte.
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Armut auch bei uns in der reichen Bundesrepublik. Immer mehr Kinder und alte Leute trifft es.
Was völlig unnötig ist, denn es gibt genügend Geld und Nahrung für alle. Doch die Superreichen haben leider mehr Freude beim Kauf eines Koenigsegg Regara als daran, mit diesen zwei Millionen Euro Menschen in großer Not zu helfen.

Alle vier Sekunden verhungert ein Kind.
Ich denke, es ist Zeit, um radikale Wege einzuschlagen, um dies zu ändern.
Wir können hier viel tun, wenn viele in dieselbe Kerbe schlagen.
BEST IDEAS FUTURE kann hier Wissen, Ideen mit Kontakten und finanziellen Ressourcen zusammenbringen.

BLOG – Spielverderber

Jetzt wollen die Grünen doch tatsächlich vom Bundesfinanzministerium wissen, ob man denn zwischenzeitlich damit begonnen habe, dafür zu sorgen, dass dem Staat nicht auch weiterhin erhebliche Steuereinnahmen dadurch entgehen, dass Konzerne Steuerspartricks anwenden.
Bereits seit 1977 gibt es eine rechtliche Grundlage für einen Informationsaustausch zwischen den Ländern, doch passiert ist seither wenig.

Was steckt dahinter?
Die Regierungen sollten doch daran interessiert sein, dass alle Steuern zahlen. Und tatsächlich verstehen die Finanzämter keinen Spaß, wenn Steuerpflichtige ihre Steuern nicht pünktlich zahlen.
Doch bei Wirtschaftsunternehmen drücken die Finanzminister beide Augen zu.

Hier ein Artikel dazu im SPIEGEL.

Verzichten tun die Finanzminister auch auf die Umsatzsteuern für Transaktionen im Devisenmarkt, wobei der Umsatz inzwischen weltweit auf 4 Billionen USD angestiegen ist. Nicht im Jahr, sondern täglich. Für jede Windel und für jede Kaffeemaschine zahlen wir Umsatzsteuern, doch Finanztransaktionssteuern werden nicht erhoben.

Damit ermöglichen wir, dass Reiche immer reicher werden und nehmen dafür in Kauf, dass wir kein Geld für die Armen haben.
Das ist nicht nur unmenschlich, sondern auch dumm. Denn wenn die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird und die 5%, die den Eliten angehören, sich vor den armen 95% verstecken müssen, wird es sehr ungemütlich werden für alle.
Der Club of Rome forscht zu diesem Thema seit mehr als vierzig Jahren.
Näheres zu den Prognosen ist nachzulesen im Report „2052: A Global Forecast for the Next Forty Years“ von Jorgen Randers.

Lange Rede kurzer Sinn: Es wird allerhöchste Zeit für eine Wende.
Der Club of Rome sieht die Chancen, dass die gelingen kann, mittlerweile bei unter 10%.