BLOG – „House of Cards“

Staunend werfe ich derzeit einen Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Politik. Es handelt sich um die erweiterte Adaption der gleichnamigen BBC-Politikthrillerserie „House of Cards“.
Im Zentrum steht ein machtbewusster Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei, der uns mit dem skrupellosen Treiben amerikanischer Politiker und einflussreicher Lobbyisten bekannt macht.

Die Serie wurde als beste Drama-Serie für den Emmy nominiert; insgesamt erhielt sie neun Nominierungen.
Auch ich kann mich der positiven Kritik nur anschließen.

Doch was mich bei der Serie am meisten interessiert ist die Frage, wie realistisch sie ist.
Die Antwort von Insider Bill Clinton: „99% realistisch“.

Wie müssen sich Amerikaner fühlen, nachdem sie diese Serie gesehen haben und dann im nächsten Jahr zur Wahl gehen, bei der sie sich für eine von zwei korrupten Parteien entscheiden müssen?

Die synchronisierte Fassung von „House of Cards“ kann man in Deutschland über Sky sehen oder – und dies ist meine Empfehlung – über den Streaming-Dienst Netflix.
Nach einer unkomplizierten Anmeldung lassen sich dann sämtliche angebotenen Filme über einen internetfähigen Ferseher, Computer, Tablet oder Smartphone sehen. Nach einem kostenlosen Probemonat zahlt man dann monatlich scharf kalkulierte 7,99 Euro.

Lassen Sie sich die Serie nicht entgehen!

BLOG – Bewährungsprobe für BEST IDEAS FUTURE

Ich habe mich gerade schlau gemacht bezüglich der von Gerhard Schröder initiierten Agenda 2010 und staunte nicht schlecht, als ich las, dass diese Initiative von der SPD, den Grünen, der CDU/CSU und natürlich der FTP mitgetragen wurde.

Ein explizites Lob erhielt Schröder von Angela Merkel:

„Ich möchte Bundeskanzler Schröder ganz persönlich dafür danken, dass er mit seiner Agenda 2010 mutig und entschlossen eine Tür aufgestoßen hat, eine Tür zu Reformen, und dass er die Agenda gegen Widerstände durchgesetzt hat.“

Nun gut. Widerstände gab es. Doch immerhin war sich die überwiegende Mehrheit der Parlamentarier einig darüber, dass die Agenda 2010 eine gute Sache sein würde. Ich gehe davon aus, dass auch die Mehrheit der Ökonomen dieser Meinung war.

Inzwischen wissen wir, wie nachteilig sich die „Reformen“ auf die Gesellschaft ausgewirkt hat. Sogar die CDU sieht dies laut Heiner Geißler so.

Nun stellte ich mir die Frage: Hätte BEST IDEAS FUTURE nach der Jahrtausendwende Reformen beschlossen, wie hätten sich diese von der Agenda 2010 unterschieden, wo genau dieses Konzept bei Politikern und Fachleuten so viel Zustimmung erfuhr?

Hier habe ich zwei Gedanken:

  • Im Verlauf von BEST IDEAS FUTURE Diskursen hätte man viel weiter in die Zukunft gedacht und Bedenken nicht so leicht vom Tisch wischen können
    Allein aus diesem Grund wäre es mit Sicherheit nicht zu einer Verabschiedung einer Agenda 2010 gekommen
  • Es wären von vorn herein so viele klügere Vorschläge in die Diskussion eingebracht worden, dass am Ende ein Reformpaket mit tatsächlich positiven Wirkungen verabschiedet worden wäre

BLOG – Wohin mit der Spende?

Zur Abwechslung einmal ein Artikel zum Schmunzeln.

Wie der STERN berichtet, bittet US-Prediger Creflo Dollar um 60 Milllonen Dollar für ein Privatjet. Die Gläubigen sollen das Geld für eine luxuriöse Gulfstream G650 zusammenkratzen.

Das klingt ungeheuerlich, ist es aber nicht.
Denn ein Triebwerk seines alten Flugzeugs war ausgefallen, worin der Prediger einen Fingerzeig Gottes sah. „Es ist nun an der Zeit, Gott um einen neuen Jet zu bitten“, sagte er.

Falls Sie nun überlegen, ob Sie 100 Euro eher BEST IDEAS FUTURE oder Prediger Creflo Dollar spenden, so sollte man meines Erachtens zunächst dem Gottesmann aus der Not helfen.

Es gibt immer wieder Geschichten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die unfassbar sind.

SPENDENKONTO

=> Für das Projekt wurde das PAYPAL-Konto donations@bestideasfuture.de eingerichtet.

=> Sie können Ihre Spende auch direkt auf das Aktionskonto überweisen:

Konto: Daniel Oehlmann
Bank: Number26
Betr: Spende BEST IDEAS FUTURE

IBAN: DE14512308002620652957
BIC: WIREDEMMXXX

Gespendete Gelder kommen ausschließlich dem Projekt BEST IDEAS FUTURE zugute.
Leider wird es noch etwas dauern, bis ein gemeinnütziger Verein gegründet wurde, so dass Ihre Spenden auch steuerlich abzugsfähig sind.

Weitere Informationen auch unter „Wie Sie helfen können„.

Soll es bei BEST IDEAS FUTURE undemokratisch zugehen?

Was hat das noch mit Demokratie zu tun, wenn das Prinzip one man – one vote mit Füßen getreten wird?
Dass jeder Bürger eine Stimme hat, egal ob Vollidiot oder Professor, ist in unseren parlamentarischen Demokratien so festgeschrieben. Dies führt zwar zu teilweise katastrophalen Ergebnissen, doch ist es nicht meine Intention, hier die demokratischen Regeln zu verändern.

Die demokratischen Wahlen erfolgen in Deutschland alle vier Jahre an der Wahlurne. Hier geben die Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme ab. Weitere demokratische Abstimmungen finden in unserer Demokratie in der Regel nicht statt.

Wenn BEST IDEAS FUTURE der Bevölkerung nun strukturierte Partizipation anbietet, so geschieht dies auf einer nachgeschalteten Ebene, indem sie die Regierung beraten dürfen. Die Bevölkerung gewinnt damit eine weitere Einflussnahme auf die Politik hinzu. Es wird ihr also nichts weggenommen von ihren demokratischen Rechten.

Im Gegensatz zu den bereits stattgefundenen demokratischen Wahlen als auch Volksbegehren, bei denen es ja um die Ermittlung des Wählerwillens bzw. der Durchschnittsmeinung geht, hat BEST IDEAS FUTURE einzig und allein die Ermittlung der jeweils besten Ideen im Auge, um optimale Antworten und Lösungen zu finden.
Daraus resultiert dann auch notwendigerweise eine andere Vorgehensweise, bei der eher das Wissen derjenigen gefragt ist, die auf einem bestimmten Gebiet besonders gut Bescheid wissen.

Der politisch ungebildeten Bürger, der sein Wissen und seine Haltung hauptsächlich aus der größten Tageszeitung Europas (Werbeslogan: „BILD dir deine Meinung“) und von mein RTL bezieht, sollte hierbei eher im Hintergrund bleiben.
Sie werden jedoch aus den Ideen- und Entscheidungsprozessen keineswegs ausgeschlossen.
Das Verfahren im intelligenten Netzwerk ermöglicht nämlich jedem einzelnen Bürger, auch Kindern, der Gesellschaft eine herausragende Idee zu präsentieren (!) Davon ist unsere repräsentative Demokratie in der jetzigen Form meilenweit entfernt.

Es wird ohnehin nicht so leicht sein, diskursive Prozesse von sicher manchmal zig Tausend Menschen so zu strukturieren, dass sie effektiv und geeignet sind, die jeweils besten Ideen herauszufiltern, würden sich viele Millionen an einer Diskussion beteiligen, wäre das System mit Sicherheit überfordert.

So weit meine Meinung zu diesem Thema.
Aber natürlich ist die nicht in Stein gemeißelt. Ich lasse mich gerne mit guten Argumenten überstimmen.

BLOG – Warum wir nicht auf die vielen Warnsignale reagieren

Es ist drei vor zwölf auf der Weltuntergangsuhr. Gerade hatten führende Wissenschaftler, darunter viele Nobelpreisträger, die Uhr um zwei Minuten vorgestellt.
Doch wir Menschen reagieren nicht auf die vielen Warnsignale, mit denen die Medien uns nicht verschonen. Wir leben so weiter wie bisher.

Der Mensch lernt aus zwei Gründen: Aus Einsicht und nach Katastrophen.
Doch warum reicht uns die Einsicht nicht?

Hierzu interessante Zitate:

„Die Menschen wissen um die Probleme, aber sie glauben sie nicht, weil sie für ihr tägliches Leben keine Relevanz haben. Das heißt, sie nehmen sie auf dem Papier ernst, aber sie nehmen sie für ihr Leben nicht ernst.“
                                                                Richard David Precht

„Wir sind eine Ressourcen-übernutzende Gesellschaft und Kultur. Die Geschwindigkeit dieser Übernutzung steigt stetig an. Wir bewegen uns mit beschleunigter Geschwindigkeit auf das Ende einer Sackgasse zu. Alle Wissenschaftler sind sich einig: So kann es nicht weiter gehen…

Wir haben eine merkwürdige Kultur entwickelt, in der alle sagen: Man kann ja nichts machen. die Verhältnisse sind halt so. und das dient dann als Legitimation, so weiter zu machen.“

                                                                Prof. Harald Welzer, Sozialpsychologe

SEHR EMPFEHLENSWERT!
Prof. Welzer gibt uns in diesem Gespräch mit Judith Hardegger einen sehr interessanten tieferen Einblick ins Thema.

FAQ – BEST IDEAS FUTURE international und global

Daneben sollte es auch die Kategorie „europal“ geben.

In meiner Video Präsentation sagte ich:


Ich bin hier auf die nationale Dimension der BEST IDEAS FUTURE Idee eingegangen. Und Deutschland wäre tatsächlich auch der Ausgangspunkt für diese neue Politik. Doch das Konzept hat einen internationalen, einen globalen Überbau, ohne den wir keinen wirklichen Wandel in der Welt und auch nicht in Deutschland bewirken können. Denn spätestens seit der Globalisierung sitzen wir alle in einem Boot, in dem wir auch gemeinsam untergehen werden, wenn wir die Löcher in der Bordwand ignorieren. Und dann auch noch kräftig schaukeln.“

Während die CDU „auf Sicht“ regiert, wie die SPD witzelt und Zukunft für sich als Marktlücke entdeckt hat, mit der sie vor Wählern punkten kann, ist eine zukunftsorientierte Politik für eine BEST IDEAS FUTURE Partei ohnehin Programm. Auch das internationale, das globale Denken zeichnet die BIF- Philosophie aus und will damit dem national ausgerichteten Denken inmitten um Vorteile wettstreitender Nationalstaaten ein Ende bereiten.
Gemeinsam ist man stark, war einer der Grundgedanken, die zu einem europäischen Denken führte und den Weg zu einem vereinigten Europa ermöglichte. Wenn sich dieser Ansatz nun auf den gesamten Globus erstreckt, sind wir auf dem richtigen Weg.

Leider jedoch wird der europäische Gedanken gerade von Bürokraten in Brüssel mit Unterstützung europäischer Finanzminister stark beschädigt. Siehe dazu die bewusstseinserweiternde Dokumentation „Macht ohne Kontrolle – Die Troika„.
Wir sollten unbedingt aus diesen Fehlern lernen, wenn wir beginnen, ein globales Haus zu bauen. Es darf darin keine Behörde geben, die selbstherrlich jenseits von Recht und Gesetz agiert und deren Akteure Immunität genießen.

Wir sitzen derzeit in einem europäischen Boot, in dem 28 Mitgliedsstaaten Platz genommen haben. Rumänien und Serbien wurden aufgenommen, nicht aber der Kosovo und die Türkei, die aus mir nicht einleuchtenden Gründen nicht qualifiziert scheinen. Natürlich gibt es bestimmte offizielle Erfordernisse für die Aufnahme – doch ob ein Land aufgenommen wird oder nicht, darüber entscheiden wohl eher politisch-strategische Erwägungen. Vermutlich wird man bald eine Einladung an die Ukraine schicken.

Zusammenzurücken ist ein guter Gedanke, doch wenn der zum Ziel hat, sich auf diese Weise gegen andere, gegen das „Außen“ zu verbünden, dann doch weniger.
Würden sämtliche Staaten auf der Welt in einem Boot zusammenrücken, um gemeinsam stärker zu sein, so gäbe es kein „Außen“. Als gemeinsamer ‚Feind‘ blieben dann die gemeinsamen Probleme, welche die Menschheit nicht in den Griff bekommen kann, wenn sie zu sehr mit dem Konkurrenzkampf mit anderen Staaten bzw. Staatenbündnissen beschäftigt sind.

Es wird Zeit, dass unser großes Boot Menschheit nicht mehr von rund 200 Kapitänen befehligt wird, sondern unter einem Kommando steht, das die Interessen aller Menschen im Auge hat und dafür sorgt, dass stets die richtigen Segel auf dem besten Kurs gesetzt werden auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft.

Global denken, lokal handeln!

Die UN war ein gut gemeinter Versuch einer übergeordneten Organisation. Doch hier regiert nicht vorrangig die Vernunft, sondern die Macht in Form der fünf Vetomächte USA, China, Russland, Frankreich und Großbrittannien.
Wie viele wichtige Vorhaben konnten nicht umgesetzt werden, weil vornehmlich Russland und die USA ihre Vetorechte wahrnahmen.
Natürlich ist nicht zu erwarten, dass diese fünf Staaten ihre Privilege aufgeben werden und einen Umbau der UN ermöglichen.

Was bleibt, ist die Möglichkeit zur Gründung einer global aufgestellten Organisation, die aus den jeweiligen nationalen BEST IDEAS FUTURE Organisationen gebildet wird und die zunächst eine rein beratende Funktion für die Regierungen der einzelnen Nationalstaaten übernimmt.
Auch diese Organisation – nennen wir sie einmal BEST IDEAS FUTURE GLOBAL GOVERNANCE – würde sich des gewaltigen Potentials an Wissen, Know-how, Intelligenz und Kreativität bedienen, das weltweit vorhanden ist. Hier allerdings sollten sich an der Forschung und der Erarbeitung von Lösungen und Empfehlungen ausschließlich ausgewiesene Fachleute der jeweiligen Richtungen beteiligen.

Regierungen in aller Welt könnten sich dann des gewaltigen Pools an Wissen und Forschungsergebnissen bedienen und ihre nationale Politik darauf abstimmen.

Langfristig denke ich an eine weitere Organisation, die einer Weltinnenregierung gleich kommt und der sich dann möglichst alle Staaten anschließen sollen.

BEST IDEAS FUTURE ist ausschließlich für demokratische Staaten konzipiert.

Der Grund ist, dass nur in diesen Bürger ihre Regierung wählen dürfen.

Es sollte keinerlei Bestrebungen geben, auf „demokratischen“ Staaten, in denen die Opposition unterdrückt wird und auf diktatorische Staaten missionarisch einzuwirken. Im Gegenteil: Aus der jüngsten Geschichte haben wir gelernt, dass es der Bevölkerung in manchen Ländern zu Zeiten einer Diktatur viel besser ging als nach dem Sturz des Diktators.

In diesem Zusammenhang möchte ich unseren Altkanzler zitieren, der am 23. Oktober 2011 während der Sendung „Hart aber Fair“ sagte:

Es stimmt, dass China keine Demokratie ist. Aber trotzdem haben sie es geschafft, einen wirtschaftlichen Aufschwung in Gang zu setzen, der dazu geführt hat, dass es unter den heute lebenden Chinesen kaum einen einzigen gibt, dem es heute nicht besser geht als jemals zuvor in seinem Leben. Das ist eine gewaltige Leistung. Wir müssen uns nicht einbilden, dass unsere Art, uns demokratisch zu regieren, für die ganze Welt das große Ideal ist. (Applaus).
… Aber den chinesischen Kommunismus von heute finde ich einigermaßen erfolgreich.“

Mittel- und langfristig sollte die BEST IDEAS FUTURE Bewegung sinnvolle Ideen entwickeln, um unterdrückten Völkern zu helfen.

Ich möchte den globalen Aspekt von BEST IDEAS FUTURE nicht weiter vertiefen und hierzu Entwürfe veröffentlichen. Vielmehr möchte ich mich darauf konzentrieren, BEST IDEAS FUTURE zunächst in Deutschland und anderen demokratisch regierten Ländern zu verbreiten.

Sehr liegen mir dabei die USA am Herzen. Dies vor dem Hintergrund, dass ich mich nur äußerst schwer mit dem Gedanken anfreunden mag, dass die Republikaner mit der Tea Party Bewegung im kommenden Jahr ins Weiße Haus einziehen und von da an der Welt zeigen, DASS Amerika DIE Führungsmacht ist, die auch bereit ist, sich weltweit militärisch zu behaupten.

Der kalte Krieg mit Russland könnte sich dann leicht zu einem heißen Krieg entwickeln.
Dann wäre es nicht mehr drei vor zwölf, sondern es hätte zwölf geschlagen.

Zeit ist unsere kostbarste Ressource.
Bitte helfen Sie mit, die BEST IDEAS FUTURE Idee so schnell wie möglich zu verbreiten.

Wie Sie helfen können, dazu finden Sie hier Informationen.

„Frei von Leitideen und Visionen“

Der große Vorzug einer Demokratie ist, dass das Volk seine Regierung selbst wählen kann.
Doch damit ist man noch nicht am Ziel, sonst hätten wir nicht so viele demokratisch gewählte Regierungen, die viel dumme Dinge tun.

Unser aller Ziel sollte es doch sein, Regierungen an die Macht zu bringen, die klug und zukunftsorientiert denken und handeln. Und die den Bürgerinnen und Bürgern auch NACH der Wahl noch die Möglichkeit zur direkten Einflussnahme auf die Politik zugestehen.

Dies zu erreichen ist jedoch in unseren etablierten parlamentarischen Demokratien praktisch nicht möglich.

Wen können die Amerikaner denn wählen? Die Demokraten oder die Republikaner. Mehr Parteien sind praktisch nicht im Angebot. Und diese beiden Parteien erfüllen die o.g. Kriterien nicht.
In anderen Staaten sieht es nicht viel besser aus.
Uns in Deutschland stehen zwar mehr Parteien zur Auswahl, doch haben die in der Vergangenheit gezeigt, dass sie eine kluge weitsichtige Politik betreiben?

Die CDU unter Kanzlerin Merkel fährt einen Kurs, der genau das Gegenteil von weitsichtig ist: Sie regiert „auf Sicht“. Hierzu eine lesenswerte Passage aus einem Interview mit dem Politikwissenschaftler Dr. Gero Neubauer, der auf dem Gebiet der Parteiensysteme, Wahlen und Wahlverhalten forscht.

wpid-PastedGraphic-2015-03-4-07-18.png

Hier der Link zum Interview

Na wunderbar. Da bietet sich doch eine hervorragende Möglichkeit für die SPD, sich gegenüber der CDU/CSU zu positionieren.

„Die SPD muss als klare Alternative zur Union wahrgenommen werden“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel „Spiegel Online“ am Samstag. „Die Merkel-Union fährt in allen Fragen auf Sicht, wir müssen klar erkennbar sein als die Partei, die sich mit den Herausforderungen der Zukunft beschäftigt: Familienpolitik, Chancengleichheit bei Bildung und Arbeit.“ (Link)

Aus wahltaktischen Gründen wird sich die SPD also künftig mehr mit Herausforderungen der Zukunft beschäftigen.

Was für ein trauriges Spiel.

Und so wird zwischen den Parteien gemauschelt, wobei die Parlamentarier auch gegen die eigenen Überzeugungen abstimmen

n-tv gratulierte in diesem Artikel zur Durchsetzung des Dobrindtschen Wegezolls:

„Ein Gesetz für die CSU / Endlich bekommt Seehofer seine Maut“.

„Obwohl die Maut „außerhalb der CSU“ im Bundestag „nur begrenzte Zustimmung“ findet, wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann es formuliert; obwohl weder CDU noch SPD das Gesetz wollen; obwohl sogar Kanzlerin Angela Merkel vor der Bundestagswahl gesagt hatte, mit ihr werde es keine Maut geben, ist die Mehrheit sicher.

Auch die Sozialdemokraten „werden diese Kröte schlucken“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Christine Lambrecht. Schließlich hat die SPD ihre Wünsche, wie etwa den Mindestlohn, ebenfalls erfüllt bekommen – und die Maut ist so ungefähr das einzige Projekt, das Seehofer für seine CSU in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt hat.“

Der Grünen-Verkehrsexperte Oiver Krischer griff die Parlamentarier scharf an:

„Die Gutachter im Verkehrsausschuss und der wissenschaftliche Dienst des Bundestages sind sich nahezu alle einig: Die Mautpläne verstoßen gegen Europarecht. Die Regierungsfraktionen sind also dabei, sehenden Auges europa- und damit verfassungswidrige Gesetze zu beschließen. Das ist ein Skandal!“

„Der große Quatsch“

Heiner Geißler in einem Interview vom April 2013 sagt durch die Blume diesen wichtigen Satz:
„Angela Merkel … muss jetzt der Gefahr begegnen, nachdem die SPD Peer Steinbrück aufgestellt hat, dass nun plötzlich auch in der Union der eine oder andere Dummkopf daher kommt und Betonkopf, der sagt, also das hat jetzt der Steinbrück gesagt, also müssen wir dagegen sein. Nicht wahr, das ist ja der große Quatsch, den wir in der parteipolitischen Auseinandersetzung haben, d.h., wenn Herr Steinbrück für eine Kontrolle der Banken sich ausspricht, dann muss es die CDU erst recht vertreten.“

Gerade bei den jüngsten Wahlen in Griechenland hat sich gezeigt, wie – Entschuldigung – schwachsinnig unser Wahlsystem doch ist. Eine ausgesprochen konservative ND und die linke SYRIZA Partei stellen sich zur Wahl. Die Linke bekommt mit 36% ganze 9% mehr als die konservative. Die Linke koaliert mit einer ultra rechten Partei ANEL, und am Ende folgt ein ganzes Land dem Willen dieser 36% Wähler.

Hätten sich 5% der SYRIZA Partei für die konservative ND entschieden, hätte sich das gesamte Land in eine andere extreme Richtung bewegt.
Um MEHRHEITEN geht es, nicht um Vernunft.
Und das ist doch dumm.

Nicht anders war es nach der Wahl im Jahre 2012, als die konservative ND (29,66%) nur mit einem sehr geringen Vorsprung vor der linken SYRIZA Partei (26,89%) lag. Die ND koalierte schließlich mit der Demokratischen Linken und bildete die neue Regierung, die ihr business as usual fortsetzte und die notwendigen Reformen einschließlich der Besteuerung der Reichen nicht in Angriff nahm.
Nur wenige % Wählerstimmen bildeten das Zünglein an der Waage und entschieden über die Zukunft Griechenlands.
Wie will man einen Staat aus einer schweren Krise herausführen, wenn nicht Vernunft regiert, sondern der von der Bevölkerung unterstützte alte Filz?

Um nach der Wahl im Jahre 2015 die Regierung bilden zu können, koaliert die linke SYRIZA Partei mit der kleinen rechtspopulistischen Partei ANEL. Eine solche Koalition wird wohl weder der Wunsch der Tsipras Wähler gewesen sein, noch der der rechten ANEL.

Wie klug sind die griechischen Wähler, die die Nazi-Partei XA zur drittstärksten Partei im Parlament machten und die mit 27,61% für die Partei votierten, die sich gegen vernünftige Reformen sträubte?

Vor der Wahl haben die Parteien Wahlversprechen gemacht, also die Richtlinien der Politik für die folgenden Jahre festgelegt.
Und dies aus der Perspektive von Anfang 2015.
Um vernünftig handeln zu können, müssen Politiker doch die Freiheit haben, sich in ihren Entscheidungen entsprechend der sich wandelnden Situation zu verhalten. Doch das geht nicht, ist er doch an seine Aussagen vor der Wahl gebunden.

Ich habe mich beim Wählen immer unwohl gefühlt, musste ich mich doch für einen fertigen Mix an Wahlaussagen entscheiden. Überzeugt hatte mich dieses System nie, bei dem ich am Ende einer Legislaturperiode meine Stimme wieder abgeben muss, ohne von einer der zur Wahl stehenden Parteien voll überzeugt zu sein.

In meiner Video Einführung zu BEST IDEAS FUTURE zähle ich die Schwächen unserer Demokratie auf, die sich summieren und als Folge eine Politik hervorbringen, die den objektiven Anforderungen nicht gewachsen ist.

Und ich beklage, dass wir, in unseren demokratisch regierten Ländern, unsere Demokratien stets so behandelt haben, als wären deren Regeln gottgegeben. Wir erkennen zwar Schwächen, doch wir ziehen daraus keine Konsequenzen.

Und welche Korrekturen hätten wir vornehmen müssen, fragte ich mich manchmal, während ich am Konzept von BEST IDEAS FUTURE arbeitete, das ja darauf basiert, dass wir uns eines IT-Netzwerks bedienen können, über dass wir alle kommunizieren können?

Bis heute war ich an der Stelle ratlos, offen gesagt.
Doch heute Nacht fiel mir eine Lösung ein.
Es ist eine Idee, die als Ausgangspunkt für Optimierungen dienen kann. Ich bitte also darum, sie nicht sofort auf die Goldwaage zu legen.

Um die – von mir identifizierten und im Video angedeuteten – Systemfehler in unserem demokratischen System auszumerzen, würde ich es in dieser Weise modifizieren:

1. Es würde keine Parteien mehr geben, die jeweils einen bunten Mix an politischen Aussagen anbieten, wobei ich mich dann als Wähler für eine der Mixturen entscheiden muss. Eine schwierige Wahl, zumal es bei jeder Partei Positionen gibt, die ich gar nicht unterschreiben möchte. Hinzu kommt, dass mancherlei politische Änderungen bei keiner Partei im Angebot sind (so z.B. ein bedingungsloser Mindestlohn oder eine umfassende Bildungsreform, die das Schulsystem komplett umkrempelt).

2a. Bei den Wahlen könnte ich als Bürger differenziert in den einzelnen Bereichen wie Bildung, Wirtschaft, Verteidigung, Verkehr, Soziales, Ernährung etc. durch Ankreuzen bestimmter Positionen (trifft zu – neutral – trifft nicht zu) innerhalb eines relativ großen Spektrums meine eigene Position zum Ausdruck bringen.
Jeder Wähler könnte einen bereits zuvor ausgefüllten Wahlzettel zur Wahl mitbringen oder seine Daten in der Wahlkabine auf den offiziellen Wahlzettel übertragen.
So ließe sich der „Wählerwillen“ und damit der Auftrag der Wähler sehr differenziert abbilden.

2b. Unabhängig davon würden sich Politiker zur Wahl stellen, die zuvor ihren persönlichen Wahlzettel veröffentlicht hätten.
Hier könnte der Wähler durch die Vergabe von Punkten seinem Wunsch Ausdruck verleihen, welcher Politiker in welchem Ressort eine wichtige Position einnehmen sollte.

2c. Sehr entscheidend: der Qualifikationstest:
Wahlberechtigt wären – so mein Vorschlag – nicht deutsche Staatsbürger mit einem Mindestalter von 18 Jahren, sondern alle in Deutschland gemeldeten Personen.
Sie müssten während der Wahl beispielsweise acht von zehn Fragen richtig beantworten, damit ihre Stimme überhaupt gewertet wird.

Bevor ich Beispiele aufzähle, möchte ich kurz darlegen, weshalb es mir notwendig erscheint, vom Prinzip abzuweichen, dass jeder eine Stimme hat.

Geht es um die Zukunft eines Volkes / Staates, so sollte es doch wichtiger sein, dass Klugheit seinen Weg bestimmt als dass jeder mitreden darf, auch wenn er völlig ungebildet ist und oder seine Überzeugungen nicht tragbar sind.
BILD ist die größte Tageszeitung Europas. „BILD dir deine Meinung“ ist einer ihrer vielsagenden Werbeslogans. Und so wird die Meinung von vielen Millionen Bürgern und Bürgerinnen unseres Landes an dem ausgerichtet, was die Redaktion der BILD für gut und richtig hält. Entsprechendes gilt in abgemilderter Form für manche andere Medien.

Ich vertraue der breiten Volksmeinung nicht. Die hatte einst Hitler mit der NSDAP an die Macht gebracht, die Italiener wählten Silvio Berlusconi vier mal zum Ministerpräsidenten, die Amerikaner wiederholt George W. Bush und bereiten gerade den Einzug eines Vertreters der Tea Party ins Weiße Haus vor.

Wenn die Stimme eines Vollidioten gleich viel zählt wie die eines gebildeten, verantwortungsvollen Bürgers, dann kann bei einer Wahl nichts Vernünftiges herauskommen.

Und hier einige Beispiele aus einer Auswahl von vielleicht 1.000 Fragen, um etwas die Spreu vom Weizen zu trennen:

– Wer bestimmt die Richtlinien der Politik
        a) der Kanzler
        b) der Präsident

– Welches Land hat am meisten Einwohner
        a) Nigeria
        b) Schweiz
        c) Frankreich

– Welches ist zur Zeit die internationale Leitwährung
        a) Euro
        b) Dollar
        c) Rubel

– Wie viele Bundesländer hat Deutschland
        a) 8
        b) 16
        c) 20

– Wenn die Ehre der Familie bedroht wird, darf man sie verteidigen, selbst wenn dadurch gültiges deutsches Recht verletzt werden würde
        a) trifft zu
        b) könnte in manchen Fällen zutreffen
        c) trifft nicht zu

– Schläge in der Erziehung von Kindern sind in Ordnung, wenn sie gerecht und begründet sind
        a) trifft zu
        b) trifft teilweise zu
        c) trifft nicht zu

– Wenn Menschen in anderen Teilen der Welt verhungern, tragen wir dafür eine Mitverantwortung
        a) trifft zu
        b) trifft teilweise zu
        c) trifft nicht zu

– Eltern haben zumindest ein Mitentscheidungsrecht, wenn es darum geht, wen die eigene Tochter heiratet
        a) trifft zu
        b) trifft teilweise zu
        c) trifft nicht zu

– Jeder hat im Leben die gleichen Chancen, wenn er sich nur anstrengt
        a) trifft zu
        b) trifft teilweise zu
        c) trifft nicht zu